Bürgermeister-Mord: 20 Jahre Knast für Pyrenäen-Förster

Es war ein Mord wie aus einem Roman von Agatha Christie: Als Bürgermeister Miguel Grima im Januar 2007 im winzigen spanischen Bergdorf Fago erschossen wurde, standen zunächst sämtliche 37 Einwohner unter Verdacht.

Sie alle wurden damals auch vernommen. Als mutmaßlichen Täter nahm die Polizei schließlich den politischen Gegenspieler des Bürgermeisters fest, Santiago Mainar.

Der 54-Jährige hatte in dem Prozess zwar seine Unschuld beteuert, zugleich aber betont: "Wenn ich beschuldigt werde, einen Tyrann getötet zu haben, ist mir das lieber als der Vorwurf, diesen politisch unterstützt zu haben." Der Mord hatte landesweit für Schlagzeilen gesorgt. Inzwischen gibt es mehrere Bücher und sogar eine erfolgreiche TV-Serie.

Bürgermeister Grima von der konservativen Volkspartei (PP) war damals auf einer Landstraße in einen Hinterhalt geraten. Mainar hatten dem Urteil zufolge Steine auf die Fahrbahn gelegt, um das Auto zu stoppen. Dann zerrte er den 50-Jährigen heraus, verprügelte ihn und tötete ihn mit vier Schüssen aus einem Jagdgewehr.

Die Ermittlungen ergaben, dass der Bürgermeister viele Feinde hatte und schon mehrere Morddrohungen erhalten hatte. Drei Jahre zuvor hatten Unbekannte die Bremsleitungen seines Autos durchtrennt.

Etwa die Hälfte der Bewohner des Pyrenäen-Dorfes nördlich von Saragossa war für ihn, die andere gegen ihn. Seine Gegner warfen ihm vor, wie ein Diktator zu herrschen. Der nun verurteilte Mainar war bei den vorangegangenen Gemeindewahlen als Kandidat der Sozialisten gegen ihn angetreten und unterlegen.  (dpa)

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