Borussia Dortmund: Mats Hummels will Videobeweis! “Torlinientechnik in England und Spanien”

«Andere Gremien sind gefordert, dass so etwas nicht mehr vorkommt», rief Nationaltorwart Roman Weidenfeller die Spitzenfunktionäre des deutschen Fußballs zum Handeln auf. Hummels selbst schlug vor: «Zwei Videobeweise pro Halbzeit oder pro Mannschaft, das würde alles ein bisschen einfacher machen.»

Ist die Torlinientechnik in Deutschland endgültig vom Tisch?

Für die «nahe Zukunft» werde das Thema nicht auf die Tagesordnung kommen, hatte Ligapräsident Reinhard Rauball im März gesagt. Aber ausgeschlossen sei nicht, dass günstigere Angebote oder Fehlentscheidungen für ein Umdenken sorgen werden. Bayern-Boss Karl-Heinz Rummenigge rief die Technik-Gegner unter den Proficlubs am Sonntag auf, ihre Haltung noch einmal zu überdenken. «Vielleicht sollte die DFL noch mal eine Initiative starten, weil wir solche Diskussionen in Zukunft nicht brauchen», sagte er in Richtung der Deutschen Fußball Liga (DFL).

Welche Techniken gibt es und wie wird in anderen europäischen Topligen bzw. bei Fußball-Großereignissen verfahren?

Bei der WM in Brasilien kommt erstmals die Torlinientechnik zum Einsatz, nachdem das System GoalControl seinen Testlauf beim Confederations Cup 2013 erfolgreich bestanden hatte. 14 Kameras sind auf beide Tore gerichtet. Überquert der Ball die Torlinie, geht ein Signal an den Schiedsrichter. Die UEFA setzt bei der EM und im Europapokal auf Torrichter.

Uneinheitlich ist auch das Bild in den großen Ligen. In der englischen Premier League kommt das System Hawk-Eye seit dieser Saison zum Einsatz – und funktioniert reibungslos. Sieben auf jedes Tor gerichtete Kameras registrieren die Position des Balles zentimetergenau. Einen Torerfolg meldet das System in nur einer Sekunde an den Schiedsrichter. Die Uhr am Handgelenk des Referees vibriert und blinkt. Spanien will dem Beispiel Englands folgen, befindet sich aber noch in der Testphase. Italien und Frankreich setzen wie die UEFA auf zwei Unparteiische an den Torauslinien. Die DFL hatte Torrichter kategorisch abgelehnt.