Börsencrash: Durchhalteparolen aus Madrid und Davos

Niemand hat ein Mittel gegen die Verwerfungen

Das Problem ist nur: Es passiert eben doch etwas, jede Minute werden Milliarden Euro vernichtet, auch von spanischen und deutschen Anlegern – und Zapatero weiß genau, dass er es nicht verhindern kann.

Niemand kann das offenbar, denn derzeit verzweifeln selbst die ausgewiesenen Finanzexperten, die sich in Davos zum Weltwirtschaftsgipfel versammelt haben, an der Entwicklung der Finanzmärkte. Nobelpreisträger, Politiker und Manager wissen nicht, wie sie auf die enormen Schwankungen vor allem nach unten überall in der Welt reagieren sollen. Die amerikanische Zentralbank reagierte mit Zinssenkungen, die Europäische Zentralbank wollte aber nicht folgen. Was soll man davon halten?

Nobelpreisträger Joseph Stiglitz dazu: „Ich glaube, die Notenbanken haben die Kontrolle über das System verloren.“ So crashte der deutsche DAX, die Wall Street verzeichnet hektische Ups and Downs, in Asien kam wieder Hoffnung auf mit Kursgewinnen in Tokio.

Im März stehen Parlamentswahlen an

Was soll man also sagen? Angesichts der unmittelbar bevorstehenden Parlamentswahlen Anfang März tat Zapatero mit seiner Botschaft das, was man von einem Politiker erwarten darf: Panik vermeiden. Er tat damit das, was auch die US-Regierung in Davos tat. Dort verbreitete die konservative Außenministerin Condoleezza Rice ähnliche Durchhalteparolen wie Spaniens sozialistischer Regierungsboss: „Unsere Wirtschaft ist belastbar, ihre Struktur gesund. Sie wird ein treibender Motor weltweiten Wirtschaftswachstums bleiben.“