Bomben-Alarm München: Mann flieht, Spur nach Spanien

Bombenalarm am Münchner Flughafen: Nach stundenlanger Ungewissheit konnten sich Hunderte von Passagieren erst am Mittwoch abend wieder sicher fühlen. Der zuvor evakuierte Sicherheitsbereich von Terminal II wurde freigegeben.

Ein verdächtiges Laptop hatte am Nachmittag bei der Handgepäckkontrolle Alarm ausgelöst. Doch während die Sicherheitskräfte das weitere Vorgehen berieten, rannte der Besitzer davon.

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Aus Polizeikreisen hieß es entgegen ersten Angaben, er habe das Laptop dabei mitnehmen können und habe unter Umständen ein Flugzeug nach Spanien bestiegen. Der Sicherheitsbereich am Terminal II wurde evakuiert. "Die Situation ist ganz, ganz ernst genommen worden", sagte Flughafensprecher Peter Prümm.

Der etwa 50 Jahre alte Mann wollte gegen 15.30 Uhr den Sicherheitsbereich des Terminals passieren. Bei der Kontrolle wurde jedoch etwas Verdächtiges angezeigt. Der Mann konnte jedoch offenbar sein Notebook trotzdem an sich nehmen – und in der Menge verschwinden.

Hunderte Menschen mussten die beiden Ebenen für Flüge innerhalb und außerhalb des Schengen-Gebietes verlassen. Die Fluggäste reagierten eher gelassen. Die Durchsagen am Flughafen erläuterten die Räumung mit "Sicherheitsgründen".

Bis zum Abend blieb die Situation unklar. Es gab keine genauen Informationen, ob der Mann in einer Maschine sitze oder nach draußen entkommen sei. Da Fluggäste beim Passieren der Sicherheitsschleuse aber bereits eine Bordkarte haben müssen, wurde nicht ausgeschlossen, dass der Mann sein Flugzeug unbehelligt besteigen konnte.

Im Sicherheitsbereich wurde er nicht gefunden. Infrage kommende Flugverbindungen seien gecheckt worden, dabei habe sich eine Spur nach Spanien ergeben, hieß es aus Polizeikreisen. Erst gegen 19.00 Uhr wurde die Sperrung des Sicherheitsbereichs wieder aufgehoben.

Was in der Laptoptasche den Alarm ausgelöst haben könnte, blieb jedoch unklar. "Das Gerät regiert auf verschiedene Stoffe, das muss nicht unbedingt Sprengstoff gewesen sein", sagte der Sprecher der Bundespolizei Berti Habelt.

Die Passagieren drängten am Abend erneut durch die Sicherheitsschleusen, viele mussten jedoch umbuchen oder wussten noch nicht, wie sie an ihr Ziel gelangen konnten: Rund 100 Maschinen waren laut Flughafen verspätet, 33 Flüge mussten annulliert werden.

Viele Maschinen flogen leer weiter, um wenigstens am nächsten Ziel den Flugplan wieder einhalten zu können. (SAZ, dpa)

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Foto: SAZ