Blitzadoptionen bald abgeschafft – Spanien verschärft Gesetze

Um die Rechte und Sicherheit der zur Adoption freigegebenen Kinder besser zu schützen, wurde gestern ein neuer Gesetzesentwurf für internationale Adoption in Spanien vorgelegt. Wirtschaftlich schwächer gestellte Kinder, die in einem unterentwickelten Land leben, dürfen nicht automatisch adoptiert werden. 

Mit einem strengeren Regelkatalog soll vor allem der illegale Menschenhandel und der unbegründete Entzug der Kinder von den leiblichen Eltern unterbunden werden. Vorfälle wie die im Tschad vor wenigen Wochen dürften sich nicht wiederholen, so ein Regierungssprecher. Außerdem haben die adoptierten Kinder ab ihrem 18. Lebensjahr die Möglichkeit, ihre Herkunftsdaten einzusehen. 

Auch die Vorbereitungen der Adoption werden intensiviert. Dabei wird nicht nur untersucht, ob die zukünftigen Eltern geeignet sind – auch bei den Kinder werden bestimmte Kriterien überprüft. Das Interesse des Kindes soll dabei immer an erster Stelle stehen. 

Spanien ist weltweit führend in der internationalen Adoption. Allein im vergangenen Jahr fanden 4.472 Kinder aus anderen Ländern ein neues Zuhause in Spanien. Noch zum Ende dieses Jahres soll das neue Gesetz in Kraft treten.