Seit 21 Uhr waren am Mittwoch die Böller in den Städten der nördlichen Costa Blanca zu hören. Weinende Falleras trauerten um "ihre Falla", zuvor wurde der Mutter Gottes, der "Madre de Deu", die Blumengabe übergeben.

Die Fallas in der Comunidad Valenciana sind ein fröhliches Fest, begleitet von Musikgruppen und wunderschön gekleideten Frauen und Männern, die am Mittwoch ihren Höhepunkt des Jahres feierten. 

Die Bildergalerie mit den schönsten Bildern der Fallas 2009 in Denia gibt es hier

Der letzte Tag ist Höhepunkt und Trauerfeier gleichzeitig. Die gigantischen Pappmachefiguren im Wert von bis zu 350.000 Euro gehen in Flammen auf. Nur die schönsten Werke schaffen es ausnahmsweise vor dem Flammenmeer verschont zu bleiben und landen im Fallas-Museum von Valencia.

Die imposanten, bis zu zwanzig Meter hohen Falla–Figuren sind die Hauptakteure des Festes. 

Ob schräg lachend, grimmig dreinschauend oder einfach nur lustig, jede Falla erzählt ihre Geschichte, übt ironisch Kritik an der aktuellen Lage Spaniens, ähnlich wie im deutschen Karneval. 

Einer der Höhepunkte im Rahmen der Fallas ist die so genannte "Mascletá“, ein Böllerkonzert auf dem Rathausplatz der jeweiligen Stadt. 

Was für eingefleischte Fans Musik ist, kann man als Neuling nur als ohrenbetäubenden Lärm beschreiben. Obwohl es nur etwa fünf Minuten dauert, scheinen die donnernden Schläge unendlich und vor allem unendlich laut. Mit tosendem Beifall geht die Vorführung zu Ende.

Die andächtige Seite der Fallas ist die Blumengabe, der religiöse Höhepunkt der Fiestas. In einer Prozession laufen die Falla-Vereinigungen zur Mutter Gottes und überhäufen sie mit Blumen. 

An einer Holzstatue wird der Jungfrau ein Kleid aus verschiedenfarbigen Nelken gesteckt, davor werden große Gebinde abgelegt. Bei dem Anblick des duftenden und farbenprächtigen Blütenmeeres sind die Böllerschüsse schnell vergessen. Unzählige Menschen wollen an der von Blumen übersäten Statue vorbeilaufen und das Kunstwerk bestaunen.

Auch in diesem Jahr waren die Kinderfallas die ersten Gebilde, die dem Feuer zu Opfer fallen. Das Spektakel wird live vom Lokalsender Canal 9 im spanischen Fernsehen übertragen. Ab Mitternacht folgte die Verbrennung der großen Figuren. Dann liegt alles in Schutt und Asche. 

Ein Jahr voller Arbeit ist in Flammen aufgegangen. Und bereits am Freitag werden neue Pläne für das Fest im nächsten Jahr geschmiedet.