Leipzig (ots) –

Adjusted EBIT auf 225 Mio. Euro gesteigert – VNG mit Fortschritten in den Bereichen Biogas und Wasserstoff – Krieg in der Ukraine markiert energiepolitische Zäsur – Versorgungssicherheit und Beschleunigung der Transformation im Fokus für 2022

„Der Angriffskrieg Putins auf die Ukraine ist eine Zäsur für Europa. Wir sind schockiert und erschüttert ob der Brutalität der russischen Regierung. Die täglichen Meldungen und Bilder der Zerstörung und humanitären Katastrophe in der Ukraine lassen uns fassungslos zurück“, eröffnet Ulf Heitmüller, Vorstandsvorsitzender der Leipziger VNG AG, mit eindringlichen Worten das diesjährige Bilanzpressegespräch. „Zugleich ist der russische Angriffskrieg auch eine Zäsur für die europäische und deutsche Energiewirtschaft und mithin auch für unser Unternehmen“, ergänzt Heitmüller.

„Es muss uns nun – damit meine ich Wirtschaft, Politik und Gesellschaft – neben der akuten Krisenbewältigung in der Zukunftsgestaltung gelingen, Versorgungssicherheit und Klimaschutz viel stärker zusammenzubringen und dabei die Wirtschaftlichkeit bzw. Bezahlbarkeit der Energieversorgung für Industrie und Verbraucher nicht aus den Augen zu verlieren. Eine zügigere Transformation hin zu grünen Gasen und Wasserstoff sowie eine Diversifizierung der Erdgasbezüge ist daher so oder so unumgänglich. Deshalb ist VNG bestrebt, zeitnah alternative Bezugsquellen auszubauen“, betont Heitmüller.

„Die Ereignisse in der Ukraine überschatten unsere sehr gute operative Leistung, die wir im Geschäftsjahr 2021 erzielt haben. Trotz anhaltender Corona-Pandemie und eines historisch rasanten Preisanstiegs für Erdgas zeigte VNG in einem insgesamt herausfordernden Marktumfeld eine starke operative Performance und blickt auf einen guten Jahresabschluss. Unser Ergebnis ist ein Beleg dafür, dass wir in allen Geschäftsbereichen handlungsfähig und wirtschaftlich erfolgreich waren. Zugleich ist es VNG 2021 gelungen, weitere substanzielle Fortschritte bei der Umsetzung der Konzernstrategie „VNG 2030+“ zu erzielen“, sagt Bodo Rodestock, Vorstandsmitglied für Finanzen und Personal der VNG.

Die europaweit aktive VNG verzeichnete für das Geschäftsjahr 2021 einen abgerechneten Umsatz in Höhe von 18,5 Mrd. Euro (2020: 9,8 Mrd. Euro) und beschäftigte zum 31.12.2021 insgesamt 1.462 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter (2020: 1.305). Um die Umsetzung der Strategie „VNG 2030+“ konsequent voranzutreiben, hat VNG im Jahr 2021 197 Mio. Euro investiert. Der Investitionsfokus lag in den Geschäftsbereichen Transport und Biogas.

Im Geschäftsjahr 2021 erzielte VNG ein deutliches Ergebnisplus: Das operative Konzernergebnis (adjusted EBIT) stieg im Jahr 2021 um 26 Prozent auf 225 Mio. Euro (2020: 179 Mio. Euro). Der Konzerngewinn beläuft sich auf 141 Mio. Euro (2020: 46 Mio. Euro). „Das Ergebnis 2021 liegt über unserer Prognose. Trotz erheblicher Schwankungen im energiewirtschaftlichen Umfeld konnten wir unser Ergebnis deutlich steigern. Alle operativen Geschäftsbereiche der VNG haben erneut einen positiven Ergebnisbeitrag beigesteuert. Damit konnte VNG nunmehr zum sechsten Mal in Folge ein positives Jahresergebnis verbuchen“, ordnet Rodestock ein.

Die Konzerntochter ONTRAS Gastransport GmbH (ONTRAS) hat erneut einen wichtigen Beitrag zum positiven Jahresergebnis beigetragen, welcher im unteren dreistelligen Millionenbereich liegt. Damit bleibt der Geschäftsbereich Transport eine unverändert tragende Säule im VNG-Konzern. Im Jahr 2021 sah sich der Geschäftsbereich Speicher mit relativ niedrigen Speicherständen konfrontiert, die durch vergleichsweise hohe Ausspeicherungen auf Angebotsseite zurückzuführen sind. Trotz eines anspruchsvollen Marktumfeldes realisierte die VNG Gasspeicher GmbH (VGS) ein adjusted EBIT in mittlerer zweistelliger Millionenhöhe.

Als wesentliche Ergebnistreiber im Geschäftsbereich Handel und Vertrieb sind weiterhin das Großkunden- und Handelsgeschäft an den europäischen Gasmärkten zu benennen. Der Gasabsatz lag mit rund 762 Mrd. Kilowattstunden (kWh) deutlich über dem Vorjahreswert (2020: rund 599 Mrd. kWh), was maßgeblich auf die Ausweitung der Vertriebsmengen im B2B-Bereich sowie den Anstieg der Handelsmengen zurückzuführen ist. Obgleich das Geschäftsjahr von einem historisch volatilen und zugleich hohen Preisniveau geprägt wurde, konnte die VNG Handel & Vertrieb GmbH (VNG H&V) erfolgreich wirtschaften und mit einer mittleren zweistelligen Millionensumme zum Gesamterfolg beitragen.

Über die BALANCE Erneuerbare Energien GmbH (BALANCE) wurde der Geschäftsbereich Biogas erneut ausgebaut. Hervorzuheben ist neben einem Joint Venture mit der EnviTec Biogas AG zur Verflüssigung von Biomethan zu Bio-LNG die Vergrößerung des Gesamtportfolios um drei auf nunmehr 38 Anlagen in Nord- und Ostdeutschland, die zusammen eine Feuerungswärmeleistung von 157 Megawatt umfassen. Damit versorgt BALANCE jährlich rund 50.000 Haushalte mit erneuerbarem Strom und nochmals mehr als 49.000 Haushalte mit grünem Gas. Der Geschäftsbereich Biogas erzielte ein adjusted EBIT im unteren einstelligen Millionenbereich.

Positive Entwicklungen im Bereich Biogas und Wasserstoff

Neben Biogas setzt VNG mittel- bis langfristig auf den klimafreundlichen Energieträger Wasserstoff. Um die deutschen und europäischen Klimaziele bis 2045 zu erreichen, ist der zügige Hochlauf eines funktionstüchtigen Wasserstoffmarktes notwendig. „Wasserstoff wird in den nächsten Jahrzehnten eine bedeutende Rolle spielen. Deshalb freue ich mich, dass VNG im September 2021 zusammen mit seinen fünf Projektpartnern mit dem offiziellen Projektstart des „Energiepark Bad Lauchstädt“ als Reallabor der Energiewende einen großen Schritt im Bereich Wasserstoff gemacht hat. In Mitteldeutschland soll künftig die komplette Wertschöpfungskette von grünem Wasserstoff abgebildet werden: Grünstromerzeugung aus Windkraft, Elektrolyse, Speicherung, Transport, Vermarktung“, erklärt Hans-Joachim Polk, Vorstandsmitglied für Infrastruktur und Technik der VNG AG.

Mit Blick nach vorn ist absehbar, dass 2022 große Herausforderungen für VNG bereithält. „Unsere Zielstellung für 2022 ist klar: Vor dem Hintergrund der sich abzeichnenden Veränderungen in den europäischen Märkten überprüfen wir derzeit intensiv unsere Strategie „VNG 2030+“: Versorgungssicherheit rückt für Gegenwart und Zukunft stärker in den Fokus, LNG erfährt einen Boom, russisches Erdgas hingegen wird zukünftig an Bedeutung verlieren. Erdgas insgesamt aber bleibt für die weitere Umsetzung der Energiewende elementar, wenngleich sich die Transformation hin zu grünen Gasen und Wasserstoff beschleunigen muss. Dies sind anspruchsvolle Herausforderungen, denen wir uns aber offen und engagiert stellen“, kündigt Heitmüller an.

Über VNG

VNG ist ein europaweit aktiver Unternehmensverbund mit über 20 Gesellschaften, einem breiten, zukunftsfähigen Leistungsportfolio in Gas und Infrastruktur sowie einer über 60-jährigen Erfahrung im Energiemarkt. Der Konzern mit Hauptsitz in Leipzig beschäftigt rund 1.500 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und erzielte im Geschäftsjahr 2021 einen abgerechneten Umsatz von rund 18,5 Milliarden Euro. Entlang der Gaswertschöpfungskette konzentriert sich VNG auf die vier Geschäftsbereiche Handel & Vertrieb, Transport, Speicher und Biogas. Ausgehend von der Kernkompetenz in Gas richtet VNG mit der Strategie „VNG 2030+“ ihren Fokus zunehmend auf neue Geschäftsfelder. Dazu zählen unter anderem grüne Gase und digitale Infrastruktur. Mehr unter www.vng.de.

Noch ein Hinweis in eigener Sache:

Seit einem Marken-Relaunch im Jahr 2018 heißen wir nicht mehr „VNG – Verbundnetz Gas Aktiengesellschaft“, sondern nur noch „VNG AG“. Bitte nutzen Sie daher in Ihrer Berichterstattung die Kurzform „VNG“ bzw. „VNG AG“. Vielen Dank.

Pressekontakt:
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