Bemühungen um Freilassung von Betancourt zunichte gemacht

Die Freilassung der in Kolumbien entführten Politikerin Ingrid Betancourt wurde laut einer Vermittlerin aus Kolumbien durch die Tötung eines Rebellenchefs Anfang März zunichte gemacht.

Die Verhandlungen zur Freilassung einer Gruppe von Geiseln der FARC-Rebellen, darunter auch Betancourt, seien gut vorangegangen, sagte die oppositionelle kolumbianische Senatorin Piedad Cordoba der spanischen Tageszeitung "El País" vom Donnerstag.

Die Tötung der Nummer Zwei der FARC-Rebellen, Raul Reyes, am 1. März durch das kolumbianische Militär sei jedoch ein "fataler Schlag" für das Vertrauen der FARC in die kolumbianische Regierung gewesen, sagte Cordoba, die an früheren Geiselbefreiungen als Vermittlerin beteiligt gewesen war.

Durch den Militärschlag gegen das Rebellen-Lager seien alle Bemühungen für die Freilassung Betancourts "draufgegangen", sagte Cordoba dem Blatt weiter. Der "große Verlierer" sei dabei Frankreich gewesen.

Frankreichs Präsident Nicolas Sarkozy setzt sich seit seinem Amtsantritt vor rund einem Jahr intensiv für die Freilassung Betancourts ein. Die französisch-kolumbianische Politikerin war im Februar 2002 von den linksgerichteten FARC-Rebellen entführt worden. Berichten zufolge ist sie schwer krank.

Bei dem Luftangriff des kolumbianischen Militärs auf ein Lager der FARC waren Anfang März außer Reyes 19 weitere Menschen getötet worden.

Da der Angriff auf ecuadorianischem Boden stattfand, führte der Militärschlag zu einer schweren diplomatischen Krise in der Region, die in Truppenaufmärschen an der Grenze und dem Abbruch der diplomatischen Beziehungen gipfelte. Eine Woche später wurde der Streit mit einem Handschlag zwischen den Staatschefs von Kolumbien und Ecuador beigelegt.