Barcelona: Sechs Islamisten waren zu Selbstmordattentat bereit

Sprengstoff reichte nicht aus

Bei sechs der zehn mutmaßlichen Mitglieder einer islamistischen Zelle handele es sich um potentielle Selbstmordattentäter, sagte Generalstaatsanwalt Candido Conde-Pumpido am Donnerstag bei einer Pressekonferenz in Madrid. Zwei weitere Verdächtige seien vermutlich die Anführer der Gruppe gewesen, bei den übrigen beiden handele es sich nach bisherigem Ermittlungsstand um Sprengstoffspezialisten.

Der bei den Festnahmen am Samstag sichergestellte Sprengstoff sei allerdings selbst für einen kleinen Anschlag nicht ausreichend gewesen, hieß es weiter.

Die spanische Polizei hatte am Samstag 14 mutmaßliche Terroristen, zwölf Pakistaner und zwei Inder, festgenommen. Zwei von ihnen wurden wieder freigelassen. Für zehn der Festgenommenen ordnete das für Terrorismusbekämpfung zuständige Gericht Audiencia Nacional am Dienstagabend Untersuchungshaft an.

Verdächtige weisen die Vorwürfe zurück

Richter Ismael Moreno gab dabei laut Protokoll an, die mutmaßliche Terror-Gruppe habe drei Mitglieder ausgewählt, die am vergangenen Wochenende in der nordostspanischen Küstenstadt Selbstmordanschläge verüben sollten. In der Gruppe gab es demnach eine klare Aufteilung der Aufgaben. Moreno und Conde-Pumpido befragten die Verdächtigen am Mittwoch mehrere Stunden lang. Die Verdächtigen wiesen die gegen sie gerichteten Vorwürfe zurück.

Spaniens Innenminister Alfredo Perez Rubalcaba hatte am Samstag die Vereitelung eines Anschlags von Islamisten verkündet. Medienberichten zufolge waren die geplanten Attentate vom pakistanischen Arm des Terror-Netzwerks El Kaida befohlen worden.