Barcelona macht es vor: Weniger Gefahren für Motorradfahrer

Der Trend zum Zweirad setzt sich vor allem in Städten mit hoher Verkehrs- und Bevölkerungsdichte durch, wie etwa Barcelona, wo nach Angaben der Stadtbehörden bereits 40 Prozent aller Privatfahrzeuge zweirädrig sind. Die jährlichen Zuwachsraten liegen bei fünf bis sechs Prozent.

Noch schneller gehen jedoch auch die Unfallzahlen mit Motorrädern in die Höhe: Von 2005 auf 2006 wurden 13,7 Prozent mehr Unfälle mit Motorradbeteiligung registriert. Viele der „neuen“ Motorradfahrer sind B-Führerscheinbesitzer, die seit einer Gesetzesänderung im Jahr 2004 auch zum Lenken von kleinzylindrigen Motorrädern befugt sind.

Genau diese Gruppe ist auch das Sorgenkind der Verkehrssicherheitsbehörden der katalonischen Hauptstadt: Die Anzahl der in Motorradunfälle verwickelten B-Führerschein-Besitzer ist von 2005 auf 2006 um 62,5 Prozent gestiegen! Die meisten Unfälle passieren beim Abbiegen, beim Überfahren roter Ampeln oder gehen auf das Konto von Unaufmerksamkeit.

Mit Sicherheitskampagnen, Fahrkursen und verstärkten Polizeikontrollen, unter anderem gegen alkoholisierte Zweiradlenker, will die Stadtregierung in Barcelona nun dieser Unfallhäufigkeit entgegenwirken. Zugleich werden Unfälle mit Motorrädern einer genauen Analyse unterzogen, um geeignete Präventivmaßnahmen zu finden, die Straßeninfrastruktur den neuen Anforderungen anzupassen und Unfallschwerpunkte per Videoüberwachung zu entschärfen.