Wie am Donnerstag aus Justizkreisen verlautete, ließ der Nationale Gerichtshof eine Klage der Sonderstaatsanwaltschaft für Korruptionsdelikte gegen Botín, dessen Bruder Jaime und mehrere Söhne zu.

Die französischen Steuerbehörden hatten Spanien im Mai 2010 darüber informiert, dass der Bankier und seine Angehörigen auf einer Liste von Kunden einer Schweizer Bank standen, die ihre Guthaben in der Alpenrepublik bei der Steuer nicht deklariert haben sollen. Das spanische Finanzamt forderte daraufhin Botín und dessen Angehörige auf, Belege für ihre Zahlungen an das Finanzamt vorzulegen. Dies sei auch geschehen, hieß es.

Die Finanzbehörden sahen sich jedoch nicht in der Lage festzustellen, ob die Angaben vollständig und wahrheitsgemäß waren. Sie schalteten daraufhin die Staatsanwaltschaft ein. Diese legte ein Klagegesuch vor, um zu verhindern, dass die Angelegenheit verjährt. Wenn sich herausstellen sollte, dass der Bankier die Guthaben komplett versteuert habe, werde der Fall zu den Akten gelegt, betonte die Anklagebehörde.

Botín war im April 2005 von einem Gericht von dem Vorwurf freigesprochen worden, ehemaligen Mitarbeitern unrechtmäßige Abfindungen gezahlt zu haben.