Wegen der großen blauen Augen und seiner sanften Art bekam José Luis Rodríguez Zapatero einst den Spitznamen „Bambi“.

Dass er aber keineswegs ein scheues Reh ist, hat Spaniens Ministerpräsident seit seinem überraschenden Wahlsieg im März 2004 – wenige Tage nach den islamistischen Anschlägen von Madrid – vielfach bewiesen. Damals zog er die spanischen Truppen aus dem Irak ab und handelte sich damit den Zorn der US-Regierung ein.

Nun, in der Wirtschafts- und Schuldenkrise, setzte der 50 Jahre alte Sozialist harte Sparmaßnahmen durch, die ihm nicht nur Kritik in den eigenen Reihen einbrachten, sondern auch die linken Wähler vergraulten.

Rezession und Rekordarbeitslosigkeit von mehr als 20 Prozent ließen seine Popularität rapide schwinden. Inzwischen ist der Parteichef der Sozialisten (PSOE) laut Umfragen der unbeliebteste Premier seit dem Ende der Franco-Diktatur vor 35 Jahren.

Innenpolitisch packte der aus Valladolid stammende Jurist Themen an, die seine Vorgänger gescheut hatten. Seine Regierung wagte sich etwa an die Aufarbeitung der Franco-Diktatur (1939-1975) heran, stärkte die Rechte der Frauen, erleichterte Scheidungen, lockerte das Abtreibungsrecht und führte Homo-Ehe und Pflegegesetz ein. Zuletzt wurde sogar das Rauchen in Bars verboten.

Oftmals geriet Zapatero in Konflikt mit der katholischen Kirche. Sein bislang größter politischer Rückschlag war der gescheiterte Friedensprozess mit der ETA in den Jahren 2006/2007. Heute ist die baskische Untergrundorganisation allerdings so geschwächt wie nie und erklärte im Januar eine „dauerhafte Waffenruhe“. (SAZ, dpa; Foto: PSOE)

Oftmals geriet Zapatero in Konflikt mit der katholischen Kirche. Sein bislang größter politischer Rückschlag war der gescheiterte Friedensprozess mit der ETA in den Jahren 2006/2007. Heute ist die baskische Untergrundorganisation allerdings so geschwächt wie nie und erklärte im Januar eine „dauerhafte Waffenruhe“. (SAZ, dpa; Foto: PSOE)