Bald Klage gegen Fidel Castro? Alles liegt in Spaniens Händen

Der Knackpunkt: Es muss bewiesen werden, dass er nicht mehr kubanischer Staatschef ist. Geprüft wird der Fall nun im Nationalen Gerichtshof in Madrid, die Entscheidung wird am Donnerstag erwartet.

Aufgekommen war der Fall mit einer Klage einer Gruppe kubanischer Dissidenten, die Anfang diesen Jahres vor dem Hohen Gericht in Madrid eingereicht worden war. Castro soll für den Tod von neun Gefangenen verantwortlich gemacht werden, die 1961 in einem Lastwagen auf dem Weg nach La Havanna erstickt waren. Sie sollten nach der fehlgeschlagenen US-Invasion in der Schweinebucht verurteilt werden.

Als kubanischer Staatschef genieβt Castro offiziell Immunität und kann erst dann angeklagt werden, wenn er diesen Titel nicht mehr tragen würde. Nach seiner schweren Krankheit, die vor rund 16 Monaten aufgetreten war, wurde häufig über den Gesundheitszustand des Revolutionsführers diskutiert. Man vermutete sogar oftmals, er sei bereits verstorben. Schlieβlich wurde bekannt, dass Fidel Castro seine Amtsgeschäfte an seinen 76 Jahre alten Bruder Raúl übergeben hatte, aber nach wie vor unter den Lebenden weilen würde.

Das spanische Gericht überprüft nun, ob Castro nach wie vor als legaler kubanischer Staatschef gilt, oder seine Immunität aufgehoben wird.

Dabei dürfte klar sein, dass der anstehende Prozess die Beziehungen zwischen Spanien und Lateinamerika keinesfalls fördern wird. Nach dem berühmten“Por qué no te callas – Warum hälst du nicht die Klappe” von König Juan Carlos zu Venezuelas Präsident Hugo Chávez, nachdem dieser Zapatero wiederholt unterbrochen hatte, sehen die Beziehungen zwischen den beiden Ländern mehr als düster aus. Chávez redet bereits von “eingefrorenen Verhältnissen” und überprüft derzeit die „Lage spanischer Firmen in Venezuela“. 

Chávez und Castro sind dafür bekannt, eine hervorragende und geradezu brüderliche Beziehung zu pflegen.