Auswandern nach Barcelona: „Sprudelnd, lebensfroh und bunt“

So berichtet Charlene Stapf für Blog.expedia, warum ihr in Barcelona regelmäßig im wahrsten Sinne des Wortes das Herz aufgeht – kein Wunder, denn die Mittelmeer-Metropole bietet nicht nur Stadtleben, sondern auch noch Strandfeeling. Auswandern nach Barcelona war demnach schon immer ihr Traum. Charlene erklärt weiter bei Expedia: „Barcelona ist sprudelnd, lebensfroh und bunt.“ Und: „Die Begegnung mit unterschiedlichsten Menschen und ihrer umwerfenden Aufgeschlossenheit, Herzlichkeit und Hilfsbereitschaft.“ Genau das unterscheide die spanische von der deutschen Mentalität: „Sie gehen offener und gelassener durchs Leben und wissen trotz der schwierigen Situation hier, wie man das Leben genießen kann.“

Natürlich kann man in Barcelona auch ein Unternehmen gründen – oder einfach warmes Klima genießen. Und vielleicht bald auch die Tatsache, dass Katalonien nicht mehr zu Spanien gehört? Die Mehrheit der Bewohner von Katalonien ist nämlich nach einer Umfrage für die Unabhängigkeit der wirtschaftsstärksten Region Spaniens.

Nach einer Erhebung des staatlichen Instituts CEO würden bei einem Referendum 54,7 Prozent der Stimmberechtigten für eine Trennung Kataloniens von Spanien votieren. 22,1 Prozent würden dagegen stimmen und 15,7 Prozent sich enthalten, heißt es in der in Barcelona veröffentlichten Studie.

Die katalanische Regierung von Ministerpräsident Artur Mas will eine Volksabstimmung unter den 7,6 Millionen Katalanen abhalten. Die spanische Zentralregierung will dies jedoch verhindern. Madrid weist darauf hin, dass eine solche Abstimmung gegen die Verfassung verstieße. Nur der spanische Zentralstaat habe das Recht, Volksabstimmungen abzuhalten. Zudem dürfe die Einheit des Landes nicht angetastet werden.

Der spanische Staat stößt allerdings zunehmend auf Kritik. Zehntausende haben in Spanien in November gegen die Sparmaßnahmen der konservativen Regierung protestiert. In mehr als 70 Städten habe es friedliche Protestzüge gegeben, berichteten die Medien des Krisenlandes. Allein in Barcelona seien am Sonntag rund 200 000 Menschen zum Postgebäude auf der Via Laietana marschiert, berichteten die Organisatoren vom Dachverband «Cumbre Social» (Sozialer Gipfel), in dem rund 150 Organisationen vereinigt sind. Die katalanischen Behörden sprachen aber von nur rund 12 000 Teilnehmern. «Das ist keine Krise, das ist Betrug» oder «Das Land wird zerstört», skandierten die Demonstranten.

Im Zuge der Krise und der Sparmaßnahmen kletterte die spanische Arbeitslosenrate auf rund 27 Prozent. In Madrid hatten Tausende bereits am Samstag ihrem Unmut bei einem Marsch zum Alcalá-Tor auf dem Unabhängigkeitsplatz Luft gemacht. Sie trugen Plakate mit Aufschriften wie: «Basta!» oder «Wir haben es satt, wir haben nichts zu essen.» Auch Forderungen nach einem Rücktritt der konservativen Regierung von Ministerpräsident Marino Rajoy wurden laut. Die Proteste wurden von Vertretern von Opposition, Gewerkschaften und Bürgerinitiativen, aber auch von Persönlichkeiten aus Kultur und Showbusiness angeführt.