Auch Google mischt nun im Domain-Geschäft mit

Wie bei Webspaceanbieter24.de zu lesen ist, ist Google überraschend ins Geschäft mit Domain-Registrierungen eingestiegen. Erst diesen Montag wurde im Kalifornischen Mountain View die Seite Google Domains online gestellt und damit der Startschuss für das Betatesting gegeben. Derzeit ist für die Nutzungdes neuen Dienstes, ähnlich wie damals bei Google Plus, eine Einladung nötig. Vermutlich verspricht sich hiervon der Konzern wieder einen erheblichen Werbeeffekt.

Mit Google Domains ist es nun möglich eine eigene, benutzerdefinierte Domain zu registrieren. Im Gegensatz zu vielen Konkurrenten übernimmt Google das Webhosting allerdings nicht selber. Der Konzern setzt dafür auf sein Netzwerk und seineweitreichenden Partnerschaften mit Squarespace, Wix, Weebly und Shopify. Über diese Plattformen und Webdienste sollen User in Zukunft komplette Webseiten bauen undverwalten können.

Google will persönliche Informationen seiner Nutzer zu schützen wissen

Laut eigenen Angaben erlaubt Google in seinem Dienst Google Domains die Registrierung von bis zu 100 Emailadressen. Ebenfalls soll die Weiterleitung der registrierten Domain an Dienste wie Tumbler extrem einfach sein. Für den Kundensupport will Google in Bälde einen eigenen Email- und Telefondienst einrichten. So sollen eventuelle Fragen und Störungen direkt beantwortet und behoben werden können. In US-Tech-Blogs wird auf Googles Ansatz bisher eher wohl wollend reagiert, jedoch gab es auch bereits einen Kritikpunkt: Die Sprechzeiten des Telefonsupports von Google sind laut Kritikern nicht gerade kundenfreundlich, da die Hotline nur Montag bis Freitag 9 bis 21 Uhr erreichbar ist.

Auch bei Google Domains setzt der Konzern auf seine bisherigen DNS-Server, die sich durch eine hervorragende Stabilität auszeichnen. Der Internetkonzern versprach zum Start am Montag den 21.06.2014, dass Nutzer persönliche Informationen, die bei der Registrierung angegeben werden müssen, ohne zusätzlichen Aufpreis verbergen könnten.

Zum Launch wurden ausschließlich an ausgewählte Firmenkunden die begehrten Einladungen versendet. Wie lange die Beta-Phase laufen wird und wann Google Domains für alle User nutzbar sein wird, hat Google bisher nicht verkündet. “Unser Ziel ist es, Google Domains bald breiter verfügbar zu machen”, war die Antwort eines Konzernsprechers auf diese Frage.

 

GoDaddy sieht sich überraschend mit Konkurrenz konfrontiert

Gerade für den bisherigen Marktführer GoDaddy bedeutet der neue Dienst Google Domains eine unerwartete Konkurrenz.

Mit seinen aggressiven Werbespots zur aus-amerikanischen Primetime war es dem Unternehmen bisher mühelos möglich, den Markt um Domain-Registrierungen und Webhosting zu dominieren. Immer wieder haben kleinere Firmen versucht ein Stück vom Kuchen abzuknapsen. Zuletzt war es Hover, die versuchten, sich durch guten Kundenservice und einfache Bedienung vom großen Mitbewerber abzusetzen. All dieser Bemühungen zum Trotz hält GoDaddy bis heute an einem Marktanteil von über 30 Prozent fest.

In den letzten Jahren war GoDaddy immer wieder ins Fadenkreuz der Kritik geraten, da der Anbieter das umstrittene Internet-Gesetz SOPA zu Beginn mit unterstützt hatte. Dieser Gesetzesentwurf zielte auf die Unterbindung der Verbreitung von urheberrechtlich geschütztem Material ab, war jedoch von Gegnern und Onlineaktivisten als Zensur kritisiert und schlussendlich von den Abgeordneten des US-Kongress gekippt worden.

Aber auch mangelnde Sicherheit war dem Dienst vorgeworfen worden. Seit dem Verkauf an die Finanzinvestoren KKR & Co., Silver Lake Partners und Technology Crossover Ventures bemüht sich ein neues Führungsteam um ein besseres Image.

Die Revolution und ihre Kinder

Google greift aber nicht nur seine direkten Konkurrenten an. Beobachter schätzen, dass sich Google auch selber in einem gewissen Maße schädigen wird. Auch wenn der Launch von Google Domains auf Erhebungen fußt, dass viele kleine und mittlere Unternehmen über keinen eigenen Internetauftritt verfügen und damit ein riesiger Markt brachliegt, so nutzen gerade viele Freiberufler und kleine Unternehmer weltweit auch Googles eigenen Blogdienst Blogger für die eigene Präsentation im Internet. Hier könnte sich Google selber das Wasser abgraben.

Zur Situation in Deutschland

Hierzulande wird Google mit den bisherigen Marktführern 1&1 und Strato in den direkten Wettbewerb treten. Aber im Gegensatz zu den Vereinigten Staaten konnte sich bisher kein Anbieter so deutlich durchsetzen wie GoDaddy. So war bisher noch immer genug Platz für eine Vielzahl von kleinen und durchaus hochwertigen und flexiblen Anbietern. Wie sich die Marktlage mit dem Eintritt von Google in das lukrative Geschäft ändern wird, bleibt abzusehen.