Atomlager im Erdbebengebiet? Cuenca feiert 300 Jobs, Greenpeace fürchtet “nuklearen Friedhof”

Das Fernsehen zeigte Bilder jubelnder Menschen in der einzigen Bar der
Ortschaft Villar de Cañas nahe Cuenca in Zentralspanien, nachdem die neue Regierung die Entscheidung verkündet hatte.

Der 700 Millionen Euro teure Bau des Atommüllagers werde der Region in den ersten fünf Jahren 300 neue Jobs bringen, hieß es in einer Erklärung der konservativen Regierung von Ministerpräsident Mariano Rajoy.

Die Lagerung von Atommüll in Spanien ist an ihre Grenzen gestoßen. Das Land lagert den strahlenden Müll derzeit in den Atomkraftwerken, an einem Standort in Südspanien sowie in einem französischen Lager, wofür der spanische Staat nach eigenen Angaben täglich 60.000 Euro zahlt. Im Jahr 2004 hat eine parlamentarische Kommission dazu aufgerufen, ein Lager zu bauen, in dem in den kommenden 60 Jahren Atommüll aufbewahrt werden kann.

Regierungssprecherin Soraya Sáenz de Santamaría sagte am Freitag, die Entscheidung für den Bau komme nun „mit siebeneinhalb Jahren Verspätung“.

Diese Verzögerung habe hohe Kosten verursacht. Die Umweltorganisation
Greenpeace kritisierte die Entscheidung und sprach von einem „nuklearen
Friedhof“, für den Geld verschwendet und ein unnötiges Risiko eingegangen
werde. Gegner des Projekts verweisen auch auf das Erdbebenrisiko in der Region. (AFP, SAZ)