Arbeiter randalieren, 16 Verletzte: Spanier lehnen Streik ab

Nach Gewerkschaftsangaben folgten bis zum Mittwoch mittag 70 Prozent der Beschäftigten dem Aufruf zur Arbeitsniederlegung. Die Regierung machte keine Angaben zur Beteiligung.

Bei den öffentlichen Verkehrsmittel lief nach Angaben der Regierung der vereinbarte Minimaldienst.

Wegen des Generalstreiks wurden zwar am Flughafen in Frankfurt zahlreiche Flüge gestrichen, ein Chaos in den Abflughallen gab es aber nicht. Die Fluglinien setzten teilweise größere Maschinen ein, um die Ausfälle zu kompensieren. Außerdem konnten Passagiere vorab Flüge umbuchen.

Bei der zweitgrößten deutschen Fluggesellschaft Air Berlin führte der Generalstreik zunächst nur vereinzelt zu Einschränkungen. Die spanische Regierung hatte mit den Gewerkschaften vereinbart, dass auf den europäischen Routen mindestens 20 Prozent der Flüge aufrechterhalten werden sollten.

So legte der Generalstreik vor allem die Großbetriebe und Fabriken lahm. Mehrere Großmärkte wurden von Streikposten blockiert, so dass in den Supermärkten weniger Frischwaren angeboten wurden. Die Zeitungen erschienen mit Notausgaben und waren mancherorts gar nicht zu haben, weil der Vertrieb bestreikt wurde. Kleinere Läden und Gaststätten waren aber geöffnet.

Nach Umfragen hatte die Mehrheit der Spanier an dem Streik nicht teilnehmen wollen. Die Gewerkschaften konzentrierten sich daher darauf, wirtschaftliche Schlüsselbereiche zu bestreiken. Dazu gehörten neben den Fabriken auch die Großmärkte, Verkehrsbetriebe und Flughäfen.

Der Generalstreik ist der erste in der Amtszeit von Ministerpräsident José Luis Rodríguez Zapatero. Die großen spanischen Gewerkschaftsverbände hatten aus Protest gegen die umstrittene Arbeitsmarktreform in ganz Spanien zu einer 24-stündigen Arbeitsniederlegung aufgerufen. Die Reform ermöglicht unter anderem leichtere Entlassungen.