Alle Drahtzieher des Anschlags auf Madrider Flughafen gefasst

Wie das spanische Innenministerium am Samstag in Madrid bestätigte, wurden zwei mutmaßliche Mitglieder der baskischen Untergrundorganisation ETA am Freitagabend in  Saint-Jean-de-Luz im französischen Baskenland verhaftet. Bei dem Einsatz sei auch ein Paar festgenommen worden, das den Gesuchten Unterschlupf gewährt habe. Anfang Januar hatte die spanischen Polizei bereits die beiden anderen mutmaßlichen Mitglieder des „Kommando Elurra“, dem der Anschlag zur Last gelegt wird, verhaftet.

Bei den am Freitag gefassten Verdächtigen handelt es sich den Angaben zufolge um den 29-jährige Mikel San Sebastian und die 30-jährige Joseba Iturbide. Beide waren mit einem europäischen Haftbefehl gesucht worden. Mit den Festnahmen sei das Kommando Elurra nun „zerschlagen“, teilte das spanische Innenministerium mit. Das festgenommene Paar, ein 58 Jahre alter „historischer Führer“ der ETA und seine Lebensgefährtin, hätten die beiden mutmaßlichen Attentäter in ihrem Haus in Saint-Jean-de-Luz beherbergt.

An dem Einsatz waren den Angaben zufolge Justizbeamte und eine Eliteinheit der französischen Polizei beteiligt. Die Ermittler hätten das Haus am Samstag in Anwesenheit der Festgenommenen durchsucht und mehrere Beweisstücke beschlagnahmt, hieß es. Frankreichs Innenministerin Michèle Alliot-Marie erklärte, die Festnahmen zeigten „erneut die Qualität der Zusammenarbeit zwischen Frankreich und Spanien im Kampf gegen den Terrorismus“. 

Dezember 2006: Brutaler Anschlag auf den Madrider Flughafen Barajas

Bei dem Autobombenattentat auf den Madrider Flughafen (Bild) am 30. Dezember 2006 waren zwei Menschen ums Leben gekommen. Nach dem Anschlag hatte die sozialistische Regierung von Ministerpräsident José Luis Rodriguez Zapatero die Friedensgespräche mit der ETA abgebrochen.

Die ETA versucht seit fast vier Jahrzehnten, mit Gewalt die Unabhängigkeit des Baskenlandes zu erzwingen. Sie wird für mehr als 800 Morde verantwortlich gemacht. Im Juni vergangenen Jahres hatte die ETA den von ihr im März 2006 einseitig ausgerufenen Waffenstillstand offiziell aufgekündigt. Die EU und die USA betrachten die ETA als terroristische Vereinigung.