Air Comet pleite: Passagiere bleiben auf den Koffern sitzen

Die Firma sei zahlungsunfähig und habe daher Insolvenzantrag gestellt, teilte das Unternehmen in der Nacht zum Dienstag mit. Ein Antrag auf Entlassung aller 640 Beschäftigten sei gestellt.

Die HSH Nordbank erwirkte laut Air Comet am Freitag beim Handelsgericht London eine Pfändung der 13 Maschinen der Airline, die nun nicht mehr starten können.

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Seit Samstag verkaufte Air Comet bereits keine Tickets mehr. Für Dienstag hatte die Fluggesellschaft Verhandlungen mit seinem Gläubiger angekündigt. Die HSH Nordbank in Hamburg wollte sich zunächst nicht zu dem Vorgang äußern.

Die Fluggesellschaft, die zur Unternehmensgruppe Marsans des spanischen Arbeitgeberpräsidenten Gerardo Díaz Ferrán gehört, konnte spanischen Medienberichten zufolge einen Kredit in Höhe von 17,2 Millionen Euro bei der HSH Nordbank nicht mehr zurückzahlen und schuldet seinen Beschäftigten überdies 4,7 Millionen Euro. Insgesamt soll Air Comet 100 Millionen Euro Schulden haben.

Betroffen von der Pleite von Air Comet sind über die Weihnachtsfeiertage rund 1.500 Passagiere, viele von ihnen Immigranten aus Lateinamerika, die für das Fest nach Hause fliegen wollten. Mehrere hundert Kunden saßen am Dienstag auf dem Flughafen von Madrid fest, einige protestierten, indem sie die Zufahrt zu einer Abfertigungshalle blockierten.

Die Beschäftigten von Air Comet hatten Anfang Dezember gestreikt, um ihre teils seit acht Monaten ausstehenden Löhne zu bekommen. Die Fluggesellschaft versprach daraufhin, die Gehälter nachzuzahlen. Eine Übernahme durch die Fluggesellschaft Air Transport des Niederländers Arnold Leonora war gescheitert.

Air-Comet-Eigentümer Díaz Ferrán lehnte einen Rücktritt von seinem Posten an der Spitze des Arbeitgeberverbandes ab. Er war erst in der vergangenen Woche im Amt bestätigt worden. (AFP)

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Foto: Maren Bessler (Pixelio)