Die Gewerkschaften einigen sich mit der Madrider Regierung auf einen Kompromiss. Nun müssen sie nur noch ihren Streikaufruf zurücknehmen.

Die Regierung verständigte sich mit den Gewerkschaften im Grundsatz auf einen Kompromiss, der den Weg zu einer Absage der geplanten Arbeitsniederlegungen freimachen soll.

Die Gewerkschaften hatten die Flughafenangestellten in der Zeit von den Osterferien bis zum August an insgesamt 22 Tagen zu Arbeitsniederlegungen aufgerufen. Die Streiks sollten sich gegen die geplante Teilprivatisierung des staatlichen Flughafenbetreibers AENA richten.

Die Regierung sagte den Gewerkschaften nun zu, dass die Arbeitsplätze der AENA-Angestellten garantiert bleiben. Außerdem sollen die Bestimmungen in den Tarifverträgen der Beschäftigten nicht angetastet werden.

Damit die Gewerkschaften die Streiks absagen können, müssen die AENA-Angestellten den Kompromiss in der kommenden Woche noch in Urabstimmungen billigen. Die Streikankündigung hatte die Tourismusbranche in Alarmstimmung versetzt. Die Hoteliers und Reiseveranstalter befürchten, dass die Streikwelle die Hoffnungen auf eine Neubelebung der Reisebranche zunichtemachen könnte.

Außerdem waren in Spanien Erinnerungen an das Chaos geweckt worden, das die spanischen Fluglotsen Anfang Dezember 2010 mit einem wilden Streik ausgelöst hatten. Damals war der gesamte Luftverkehr in Spanien fast 20 Stunden lang lahmgelegt worden, Hunderttausende von Passagieren saßen auf den Flughäfen fest.

Diesmal waren nicht die Lotsen zum Streik aufgerufen, sondern die übrigen AENA-Beschäftigten. Dazu gehören die Feuerwehrleute, Wartungsmechaniker oder Flugzeugabfertiger, die die Maschinen in die Parkpositionen einweisen.

Die sozialistische Madrider Regierung will AENA zu 49 Prozent privatisieren. Die zwei Großflughäfen von Madrid und Barcelona sollen ganz in private Hände übergehen. (SAZ, dpa; Foto: Air Berlin)

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