Besonders deutlich fiel sein Sieg in Washington aus, was aber nicht weiter verwunderlich ist, da dort ein hoher Anteil von Schwarzen lebt. 75 Prozent wählten in der Bundeshauptstadt den Senator von Illinois. In den beiden anderen Staaten fielen die Stimmen 64 zu 36 und 59 zu 37 aus, ein klarer Verlust für Ex First-Lady Hillary Clinton.

“Das ist die neue amerikanische Mehrheit” verkündete Obama unter dem Jubel tausender Wähler, und betonte erneut seinen Wunsch nach dem Wandel in Washington und einer Politik, die Republikaner und Demokraten annähert – nicht auseinander bringt.

Gleichzeitig kritisierte er den Favoriten der Republikaner, John McCain, der ebenfalls in allen drei Staaten gewonnen hat, und seinen Vorsprung auf Baptistenprediger Mike Huckabee ausbauen konnte: McCain würde die gleiche umstrittene Wirtschafts- und Auβenpolitik verfolgen wie US-Präsident George Bush.

Clintons Wahlkampf steckt in Schwierigkeiten

Clinton zeigt sich derweil weiterhin kämpferisch, aber angeschlagen. Das äuβert sich auch in ihren krampfhaften Bemühungen, ihre Führungsebene umzustrukturieren. Nachdem sie erst kürzlich Spitzenmanagerin Doyle nach 16 Jahren Zusammenarbeit durch ihre engste Vertraute Maggie Williams ersetzt hatte, reichte jetzt auch der stellvertretende Wahlkampfchef Mike Henry seinen Rücktritt ein. Clintons Wahlkampf befindet sich ganz offensichtlich in einer Krise.

Die ehemalige First Lady setzt nun alle Hoffnungen auf die beiden wichtigen Staaten Texas und Ohio am 4. März. Obama zählt im Moment 1.208 Stimmen, Clinton 1.185. Für die Nominierung am demokratischen Parteitag im Sommer benötigt man 2.025 Stimmen.

Wenn die Amerikaner schon heute ihren neuen Präsidenten wählen dürften, würde Obama einen knappen Vorspurng von dem Republikaner McCain erzielen. Müsste McCain gegen Hillary Clinton antreten, lägen beide gleichauf.