30 Jahre Haft für Ex-ETA-Boss

Es gebe ausreichend Beweise, dass Juan Antonio Olarra Guridi als Chef eines ETA-Kommandos im südspanischen Andalusien einen im Jahr 2000 verübten Anschlag auf einen Staatsanwalt angeordnet habe, teilte das für den Anti-Terror-Kampf zuständige Gericht Audiencia Nacional am Donnerstag in Madrid mit.

Guridi müsse zudem der Witwe und den Kindern des Anschlagsopfers eine Entschädigungssumme in Höhe von 900.000 Euro zahlen.

Zwei Mitglieder von Guridis ETA-Zelle hatten dem Urteil zufolge den Staatsanwalt Luis Portero in den Hinterkopf geschossen, als dieser an seinem Haus in Granada eingetroffen war. Guridi habe die beiden Attentäter mit Fotos von Portero, Angaben zu seinem Wohnort, seinen Arbeitszeiten und seinem Auto versorgt, hieß es weiter.

ETA hat den Waffenstillstand aufgekündigt

Die ETA versucht seit fast vier Jahrzehnten, mit Gewalt die Unabhängigkeit des Baskenlandes zu erzwingen. Sie wird für mehr als 800 Morde verantwortlich gemacht. Im Juni vergangenen Jahres hatte die ETA den von ihr im März 2006 einseitig ausgerufenen Waffenstillstand offiziell aufgekündigt.