München (ots) –

Verbraucherschutztests werden in Zukunft weiter an Bedeutung gewinnen. Davon ist ADAC Technikpräsident Karsten Schulze überzeugt: „Ein beschleunigter technischer Fortschritt, aber auch steigende Anforderungen des Klima- und Umweltschutzes sowie intelligente Mobilität erfordern neben der Verkehrssicherheit auch in Zukunft den unabhängigen und hochwertigen Test.“ Die Aufgaben der ADAC Experten und Ingenieure werde deshalb in Zukunft noch wichtiger, so Karsten Schulze anlässlich des 25. Jubiläums des ADAC Test- und Technikzentrums in Landsberg am Lech.

Seit zweieinhalb Jahrzehnten engagiert sich der ADAC hier für den Verbraucherschutz: ADAC Ingenieure testen Autos, Baugruppen, Zubehör, Motorräder, Fahrräder und Campingfahrzeuge. Jedes Jahr stehen am ADAC Testgelände etwa 70 Crashtests auf dem Programm der Experten. Rund 120 Autos werden nach über 300 Kriterien bewertet. Darüber hinaus testet der ADAC Produkte wie Reifen und Kindersitze, Helme und Fahrradanhänger, Wallboxen und Kraftstoffe. Mit den unabhängigen Testergebnissen leistet der ADAC Entscheidungshilfe für Verbraucher und liefert gleichzeitig Orientierung für Gesetzgeber und Hersteller.

Automobilhersteller bessern regelmäßig nach, wenn ein Fahrzeug Mängel bei den umfangreichen Frontal-, Seiten- und Pfahlcrashs des ADAC aufweist oder nehmen sie – wie im Fall von mehreren Modellen aus China – wegen gravierender Schwächen ganz vom Markt. Hochentwickelte Dummies zeigen gleichzeitig die Auswirkungen solcher Crashs auf die Insassen. Rund 3,5 Millionen Euro hat der ADAC im vergangenen Vierteljahrhundert in Dummies investiert, darunter ein Frauen- und Säuglingsdummy.

Der Kindersitztest setzt ebenfalls Maßstäbe: So gäbe es ohne den ADAC keinen Seitenschutz für Kindersitze, der als europäische Norm für Hersteller verpflichtend aufgenommen wurde. Auch die zweimal jährlich stattfindenden Reifentests führen kontinuierlich zu Qualitätsverbesserungen. Mit knapp 20 internationalen Partnern ist der ADAC Reifentest der weltweit größte unabhängige Reifentest. In Landsberg werden die Reifen vorbereitet, die dann an unterschiedlichen Standorten – etwa die Winterreifen in Ivalo jenseits des Polarkreises – getestet werden.

Mit über 10.000 Messungen liefert der vom ADAC 2003 entwickelte Ecotest realistische Angaben über Kraftstoffverbrauch und Schadstoff- bzw. CO2-Emissionen. Die Ergebnisse werden für die Abgasgesetzgebung und CO2-Grenzwert-Diskussionen genutzt. Sie werden als Datenquelle in Untersuchungsausschüssen des Bundestags und des EU-Parlaments etwa zum Dieselskandal herangezogen sowie für die Luftreinhaltepläne der Bundesländer abgefragt.

Neu auf dem Gelände ist eine Fußgängerschutz-Testhalle, die die schwächsten Verkehrsteilnehmer in den Fokus nimmt und Erkenntnisse für Anforderungen an Fahrzeugsensorik und Karosserieaufbau liefern soll.

Um für die Zukunft gerüstet zu sein, hat der ADAC in den Fliegerhorst der angrenzenden Gemeinde Penzing investiert. Dort testen ADAC Experten zahlreiche Assistenzsysteme sowie C2X-Kommunikationsabläufe. Auch hat der ADAC hier ein eigenes Verfahren zum Test von Notbremsassistenten entwickelt, das weltweit als Bewertungssystem anerkannt ist und dazu geführt hat, dass mit der General Safety Regulation der Notbremsassistent für neue Kfz-Zulassungen Pflicht wird.

Weil Autos heute immer mehr rollenden Computern gleichen und unzählige, auch personenbezogene Daten sammeln, untersuchen die Spezialisten vom ADAC, welche Daten im Auto wie und von wem genutzt werden. Auch hier arbeitet der ADAC im Sinne der Verbraucher und setzt sich für Datentransparenz und Datenhoheit der Fahrzeughalter ein.

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Quelle: ots