Ein Spaziergänger fand jetzt die erhängte Leiche der 16-jährigen Schülerin Jenna Parry, vor wenigen Tagen brachten sich ein 15 Jahre alter Junge und seine 20-jährige Cousine um. Jenna war der 17. Teenager, der sich innerhalb nur eines Jahres umgebracht hat – eine unheimliche Serie, die noch lange nicht beendet scheint.

Die Polizei vermutet laut der Zeitung Daily Mail trotz der Serienselbstmorde keine Verabredung der Teenager im Internet, wie dies gerüchteweise vermutet wird. Noch gehen die Beamten von "zufälligen Selbstmorden" aus – aber ist dies wahrscheinlich bei 17 Suiziden in zwölf Monaten?

Eine spezielle Einsatzgruppe der Polizei rief die Eltern in der Gegend dazu auf, sich intensiv um ihren Nachwuchs zu kümmern – aber Jenna Parry, so ihre Eltern, wirkte bis zuletzt vergnügt und lebenslustig.

FORUM: 17 tote Jugendliche in zwölf Monaten – was steckt nur dahinter?

Eine Freundin: "Ich habe sie noch vergangenen Abend lachend und kichernd erlebt, sie war über nichts besorgt." Warum also brachte sie sich nur um? Die Polizei untersuchte bereits ihren Computer und fand keinerlei Hinweise, dass Jenna sich auf Internetseiten über Selbstmorde herumtrieb.

Der erste Jugendliche erhängte sich in einem Kaufhaus

Dave Morris, Polizeichef der Polizei von Südwales, sagte: "Wir sehen, dass alle diese Jugendlichen extrem sensibel waren, und offensich war Selbstmord eine akzeptable Option für sie, mit Problemen fertig zu werden." Aber welcher Art waren und sind die Probleme?

Die Landjugend in Großbritannien neigt laut Statistiken  offenbar eher zu Depressionen als die städtische. Laut Polizei finden sich in den Lebensläufen der toten Teenager zerbrochene Freundschaften und Familienprobleme. Jenna lebte zusammen mit ihrem Vater Paul (44), Mutter Anne (39) und zwei Brüdern – angeblich gab es keine Probleme.

Der erste tote Teenager in Bridgend war der 18 Jahre alte Dale Crole. Er hatte sich im Januar 2007 in einem verlassenen Kaufhaus erhängt. Einige der nachfolgenden Toten waren Schulfreunde von ihm. Andere aus der Clique scheiterten mit Selbstmordversuchen.

Die Namen der weiteren Opfer: David Dilling (19), Thomas Davies (20), Zachery Barnes (17), Gareth Morgan (27), James Knight  (26), Jason Williams (21), Andrew O´Neill (19), Leigh Jenkins (22), Liam Clarke (20), Alan Price (21), Luke Goodridge (20), Natasha Randall (17), Angie Fuller (18), Kelly Stephenson (20) und Nathaniel Pritchard (15).

Die Selbstmordrate in Wales ist generell höher als in Großbritannien. Statistisch gesehen töten sich 19,4 von 100,000 männlichen Einwohnern und 6,3 von 100.000 Frauen – wobei Frauen öfter bei Selbstmordversuchen scheitern.  Im Landkreis Bridgend leben 130.000 Menschen.

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