153 Tote, nur 19 überleben, Mediziner identifizieren Leichen

Die ganze Nacht über arbeiteten rund 40 Mediziner in Madrid daran, die Toten des Flugzeugunglücks vom Mittwoch zu identifizieren.  Es ist die schwerste Katastrophe seit 25 Jahren.  

Laut Spanair befanden sich an Bord der Maschine zehn Crewmitglieder sowie 162 Passagiere, darunter 22 Kinder.

Die Bilanz des Schreckens: 153 tot, nur 19 überleben, viele von ihnen kämpfen in Madrider Kliniken um ihr Leben. Die Menschen wollten von Madrid auf die Kanareninsel Gran Canaria in den Urlaub fliegen. 

Wenigstens zwei Kinder überlebten das Unglück. Eine Maschine  der spanischen Fluggesellschaft Spanair war am Mittwoch von der Startbahn am Madrider Flughafen abgekommen und in Flammen aufgegangen.

Neuer Schock: Fünf Deutsche unter den Toten – eine komplette Familie aus Pullach

Königsfamilie vor Ort, Zapatero unterbricht Urlaub, Merkel kondoliert

Das Flugzeug zerbrach in mehrere Teile. Helfer der Rettungsdienste sagten der "ZEIT":  "Es ist ein Wunder, dass überhaupt jemand überlebte. Das Wrack war total verkohlt und voller Leichen. Da sah nichts mehr wie ein Flugzeug aus."

Spanischen Medien zufolge wurden aus dem Flugzeugwrack die beiden Flugschreiber geborgen. Demnach meldete der Pilot der Spanair-Maschine vor dem Abheben technische Probleme. Alle Zeitung des Landes (Bild: Información) berichten über das Drama.

Die spanische Königsfamilie will am Donnerstag mit den Angehörigen der Opfer sowie den Überlebenden zusammenkommen, Regierungschef Zapatero unterbrach seinen Urlaub, Deutschlands Kanzlerin Angela Merkel sprach ihr Beileid aus.

1983 starben fast 300 Menschen in Madrid  

Der Flug JK 5022 war gegen 14.45 Uhr gestartet und von der Startbahn abgekommen. Zeugen berichten von einer brennenden linken Turbine, noch bevor die Maschine vom Typ MD-90 abheben konnte.

Zuletzt hatte es vor knapp 25 Jahren zwei schwere Flugzeugkatastrophen in Madrid gegeben. Im November 1983 war ein Jumbo der kolumbianischen Airline Avianca bei der Landung abgestürzt, 181 Menschen kamen ums Leben. Kaum zwei Wochen später prallten auf der Startbahn eine Iberia- und eine Aviaco-Maschine im Nebel zusammen, 93 Menschen starben.

NEWS: Heute gibt es nichts zu feiern: Spanien trauert nach 3-0-Sieg

FORUM: Flugzeugunglück in Madrid – Trauer in Spanien

NEWS: Flugzeugunglück in Madrid: Vermutlich auch vier Deutsche an Bord

NEWS: Verunglückte Spanair: Technische Probleme vor dem Start

(Foto: Información)