Was unterscheidet die Spanier von den Deutschen?

Das Bild zeigt zwei Arme, der eine in den deutschen Nationalfarben, der andere in den spanischen Nationalfarben, die sich die Hand geben.Bild: Freundschaft zwischen Spanien und Deutschland – und das trotz Lebensstile, die unterschiedlicher kaum sein könnten. Bildquelle: Prehistorik – 422521645 / Shutterstock.com

Deutschland und Spanien – das bedeutet auf den Fußball bezogen höchste Konkurrenz. Allerdings basiert dies auf einer sehr sachlichen Ebene. Ganz im Gegensatz zu Nationen wie England oder den Niederlanden, die gerne als Erzfeinde der Deutschen bezeichnet werden. Spanier und Deutsche stehen sich grundsätzlich wohlgesinnt gegenüber. Die Lebensstile differieren in den meisten Bereichen jedoch gewaltig. Kultur, Arbeitsverhalten oder Urlaubsziele unterscheiden sich zwischen den Nationen elementar.

Eine Freundschaft der Gegensätze

Der kühle beherrschte Deutsche, der Wert auf Ordnung, Sauberkeit und Pünktlichkeit legt, unterscheidet sich von dem feurigen Spanier, der das Lebensgefühl mehr in den Mittelpunkt des Tagesablaufes stellt, in vielerlei Hinsicht. Die Lebensstile der Einheimischen sind in vielen Bereichen zwar unähnlich, jedoch ist das generelle Verhältnis zwischen den Nationen von Freundschaft geprägt, sei es auf politischer, wirtschaftlicher oder gesellschaftlicher Ebene, es gilt: Unterschiede ja, Streitigkeiten in der Regel nein.

Abgesehen vom Fußball, bei dem auf Vereinsebene sowie auf Nationalmannschaftsebene große Konkurrenz herrscht, sorgt die räumliche Distanz der beiden Länder und die wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Vernetzungen trotz aller kulturellen Unterschiede der Bevölkerungen für eine gute Zusammenarbeit der Staaten. Die differierenden Lebensstile sind dabei ein Spiegelbild der Landesbewohner. Ein Vergleich in verschiedenen Bereichen des Lebens verdeutlicht dieses.

Spanien und Deutschland – zwei Länder zwei Lebensstile:

  • Begrüßung

Schon bei der Begrüßung verhalten sich die Bürger der zwei Nationen unterschiedlich. Während die Deutschen bei einer Begrüßung in der Regel einen simplen Handschlag geben, ist ein „Beso“ (Küsschen) zur Begrüßung eine typische Gepflogenheit. Der Trend geht aber auch in Deutschland zu einer etwas wärmeren Begrüßung, etwa mit einer kurzen Umarmung.

  • Kindererziehung

In Sachen Kindererziehung gelten ebenfalls andere Maßstäbe. Eine strenge und tadellose Erziehung gilt in Deutschland zwar als eher veraltet, grundsätzlich ist diese Richtung aber immer noch erwünscht. In Spanien hingegen färbt die Mentalität der Gelassenheit ebenfalls auf die Kindererziehung ab. Regeln und Vorgaben werden oftmals lockerer gehandhabt. Familien inklusive Kindern gehen des Öfteren auch zu später Stunde noch zum Essen oder verfolgen sportliche und familiäre Aktivitäten.

  • Spielverhalten

Das Glücksspielverhalten der jeweiligen Bürger ist nicht so verschieden, wie man vielleicht meinen könnte. Der gelassene Spanier setzt ähnlich viel Geld beim Glücksspiel ein, wie der vermeintlich kontrollierte Deutsche. Der Adrenalinrausch beim Spielen wirkt schließlich bei allen Menschen. Im Allgemeinen geht die Tendenz aber weg vom herkömmlichen Casino mit seinen Jackpot Slots und Spieltischen hin zum Spielen in Online-Casinos. Das liegt besonders am speziellen Komfort, den der Spieler von der eigenen Couch aus besitzt.

  • Essensgewohnheiten

In Deutschland gilt ein ausgewogenes Frühstück als die wichtigste Mahlzeit am Tag. Brot oder Brötchen, Aufschnitt und Marmelade sowie ein Kaffee sind die Hauptzutaten der Deutschen. Neben internationalen Gerichten ist die traditionelle deutsche Küche sehr beliebt. Sei es ein deftiger Braten, Klöße oder Kartoffeln, Bratwürstchen und Sauerkraut, zum Mittagessen wird ordentlich zugegriffen. Abends folgt meistens zu nicht allzu später Stunde eine weitere Brotzeit.

Die Spanier hingegen besitzen andere Essgewohnheiten. Das Frühstück besteht meistens aus einem Milchkaffee und einem Croissant. Zwischen 14.00 Uhr und 15.30 Uhr wird das Mittagessen eingenommen. Sehr beliebt ist während der heißen Zeit eine kalte Suppe namens „Gazpacho Andaluz“. Besonders auffällig ist das späte Abendessen zwischen 21.00 Uhr und 22.00 Uhr. Zusätzlich essen die Spanier zwischen den Hauptmahlzeiten gerne Tapas oder Pinchos (Spieße). In den städtischen Tapasbars gelten die Nächte als lang, laut und lustig. Viele kleine spanische Spezialitäten und Köstlichkeiten begleiten einen solchen Abend. Es werden „Gambas al Ajillo“ (Knoblauchgarnelen), gebratene „Chorizo“ (eine Wurst aus Schweinefleisch), „Manchego“ (ein Hartkäse aus Schafsmilch) oder Tortilla-Stückchen gereicht. Auch in Deutschland wächst die Beliebtheit der Tapasbars.

  • Arbeitszeiten

Streng geregelte Arbeitszeiten, wie sie in Deutschland üblich sind, gelten in Spanien nicht. In Regionen, in denen sehr hohe Temperaturen entstehen können, ist die spanische Siesta, also eine Geschäfts- und Arbeitsruhe, bis ungefähr 17 Uhr an der Tagesordnung. Für die Deutschen ist dieses Verhalten oft unverständlich, würde in Deutschland doch bei einer Arbeitsniederlegung wegen Hitze die Kündigung drohen. Ausnahme bei der Siesta bilden meistens nur große Supermärkte. Gearbeitet wird häufig in den späten Tagesstunden. In Deutschland hingegen ist die Arbeit am späten Abend eher unüblich.

  • Religion

Auch in Religionsfragen sind sich Spanier und Deutsche ähnlicher als vermutet. Geprägt vom Christentum besitzt in Spanien besonders der ländliche Raum noch einen starken Einfluss der römisch-katholischen Kirche im Alltag. In den Städten spielt die Kirche jedoch nur noch eine untergeordnete Rolle, trotz einer Bevölkerung, von denen rund 90 Prozent römisch-katholisch getauft sind.

In Deutschland sinkt der Einfluss der Kirche ebenfalls stark in den Ballungsräumen und Städten, aber auch die ländlichen Gegenenden haben mit vermehrten Austritten aus der Kirche zu kämpfen. Grundsätzlich ist Deutschland ebenfalls geprägt vom christlichen Abendland. Der Anteil der evangelischen und katholischen Kirchen ist in etwa gleichverteilt. Als Einwanderungsland nehmen aber auch andere Religionen, besonders der Islam, einen immer höheren Stellenwert in der Gesellschaft ein.

  • Urlaubsziele:

Neben dem eigenen Land ist Spanien das Urlaubsziel Nummer eins der Deutschen. Seien es die Balearen, die kanarischen Insel oder das Festland, Spanien lockt mit einer Vielzahl von attraktiven Reisezielen. Von Kulturreisen über Actiontrips bis hin zum reinem Strand- und Hotelurlaub sind verschiedenste Destinationen bei deutschen Reisenden beliebt. Wie sehr Spanien bei den Deutschen gefragt ist, zeigt unter anderem die Bezeichnung der spanischen Insel Mallorcas als das 17. deutsche Bundesland. Ganz gegensätzlich verhält sich das Reisemuster der Spanier. Fernreisen gelten eher als Ausnahme. Der Anteil der Urlauber, die in ihrem Heimatland bleiben, ist in keinem anderen europäischen Land höher als in Spanien. Die spezielle Lage des Landes zwischen Atlantik und Mittelmeer bietet dementsprechend viele verschiedene Reiseziele.

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