Spanisches Parlament verabschiedet Urheberrechtsreform

Google, linke Parteien und Kulturszene sind einig in Kritik

Der Internetgigant Google, linke Parteien sowie Vertreter der spanischen Kulturszene stehen der Reform sind in seltener Einigkeit kritisch gegenüber. Auch wenn sich die Gründe der Kritik deutlich unterscheiden.

Die vor allem von den Verlegern gewollte Reform wurde vor allem von den Abgeordneten der PP von Ministerpräsident Rajoy unterstützt und durch das Parlament gebracht. Linke Parteien und Vertreter der Kulturszene meinen hingegen, dass die neue Regelung die Freiheiten einschränke und nur die großen Kommunikationsunternehmen begünstige. Jeff Jarvis, US-Journalist („What would Google do?“) steht dem Gesetz äüßerst kritisch gegenüber. Auf diese Art und Weise  werde Spanien zu einem so wörtlich „internetfeindlichen Gebiet“ Außerdem so Jarvis sei die Reform „unnötig“ und „gefährlich“ und werde „enorme Konsequenzen für die Freiheit und die Öffnung im Netz haben“. Zudem wird befürchtet, dass die neue Gesetzeslage potentielle Investoren abschrecke.

Google äußerte sich zu der neuen Gesetzeslage folgendermaßen, „wir glauben, dass Dienste wie Google News dazu beitragen, dass die Seiten der Herausgeber mehr Besucher bekommen“.

Fraglicher Nutzen der Reform

Ob die spanischen Verlage sich mit dem Gesetz einen Gefallen getan haben ist fraglich. Schließlich dürften sie einen Großteil ihres Traffics über die Dienste von Google erreichen. Die Hoffnung, dass die  Suchmaschinenbetreiber für die Verlinkung wirklich bezahlen ist dann doch eher unrealistisch. Vielmehr dürfte es so kommen, dass Verlage die eine Gebühr für Textanrisse und weitere Nutzung von Inhalten erheben wollen einfach aus den Ergebnisen herausgenommen werden.



Bild: © Ken Wolter | Dreamstime.com / Text: SAZ