Spanien vertreibt Raucher ins Gefängnis oder Altenheim

17235.jpg

Denn an Kneipentresen, in Tapas-Bars und Strandcafés in Spanien wird immer noch kräftig geraucht, in Restaurants zünden Gäste sich nach dem Mahl genüsslich eine Verdauungszigarette an.

In Spanien ist heute noch gang und gäbe, was in vielen anderen Ländern längst verboten ist. Während die meisten EU-Staaten den blauen Dunst aus den Gaststätten weitgehend verbannt haben, darf im Ferienland Spanien in vielen Lokalen ohne Einschränkung gequalmt werden.

Dies soll jedoch vom kommenden Jahr an anders werden. Dann fällt auch die „Raucherbastion Spanien“. Das Madrider Parlament verabschiedete ein neues Anti-Tabak-Gesetz, das strenger ist als die Regelungen in den meisten anderen Staaten Europas.

Künftig ist Rauchen in allen Gaststätten und Restaurants verboten. Es darf keine Raucherkneipen mehr geben, und die Lokale dürfen auch keine getrennten Raucherzimmer einrichten.

Die Regelung sieht sogar Einschränkungen für Rauchen unter freiem Himmel vor. Sie untersagt Qualmen auf Kinderspielplätzen, Schulhöfen und auf dem Gelände von Krankenhäusern. In Straßen- und Gartenlokalen wird Tabakgenuss im Freien nur dann erlaubt, wenn die Sitzflächen nicht überdacht und nicht mit Stellwänden abgeschirmt sind. Das neue Gesetz muss noch vom Senat (Oberhaus des Parlaments) bewilligt werden und soll am 2. Januar 2011 in Kraft treten.

Es sieht generell Rauchverbot in allen geschlossenen und öffentlich zugänglichen Räumen vor. Die Raucherecken auf den spanischen Flughäfen müssen dann verschwinden. Das Fernsehen darf künftig keine Sendungen ausstrahlen, in denen rauchende Moderatoren oder Studiogäste zu sehen sind.

Die Gefängnisse, psychiatrischen Anstalten und Altenheime sollen von dieser Regelung ausgenommen werden. Dort sollen Raucherräume eingerichtet werden. Die Hotels dürfen bis zu 30 Prozent ihrer Quartiere als Raucherzimmer vermieten.

Foto: Wikipedia



Bild: NULL / Text: SAZ