Spanien: Langsam aus der Krise – Arbeitslosigkeit sinkt seit Langem wieder

Spanische Wirtschaft erholt sichCibeles fountain at Plaza de Cibeles in Madrid © Sergii Figurnyi / Fotolia.com

Spaniens Wirtschaft erholt sich langsam wieder von der Bankenkrise. Im Juli nahm die Arbeitslosigkeit bereits im sechsten Monat in Folge ab. Die Reformen beginnen zu fruchten – doch der Weg ist noch weit: Weiterhin sind 4,05 Millionen Menschen ohne Job.

Das aktuell größte Sorgenkind der EU ist Griechenland, daran besteht kein Zweifel – kein Tag ohne neue Schlagzeilen zur Schuldenkrise in Athen. Am jüngst verabschiedeten, 86 Mrd. € schweren dritten Hilfspaket für die Griechen beteiligte sich mit stattlichen 10 Mrd. € auch ein Mitgliedsland, das den EU-Granden in Brüssel in den letzten Jahren ebenfalls einiges an Kopfzerbrechen bereitete: Spanien. Die Wirtschaft in Spanien erlebt derzeit einen kleinen Boom – darauf hatte man in Madrid lange gewartet.

2012 war das Land im Zuge einer Bankenkrise abgestürzt und musste sich Geld bei der EU leihen. Brüssel gewährte einen Kreditrahmen von 100 Mrd. €, wovon 40 Mrd. € in Anspruch genommen wurden, um die Banken sanieren zu können und die Konjunktur wieder anzukurbeln. Bereits im letzten Jahr hatte Spanien vorzeitig damit begonnen, die Schulden zurückzuzahlen.

Die spanische Wirtschaft boomt

Dass die Reformen langsam zu greifen beginnen, schlägt sich auch in den neuesten Zahlen wieder: Die Konjunktur ist mit einer auf das gesamte Jahr gerechneten Wachstumsrate von 3,1 Prozent derzeit eine der erfolgreichsten in Europa. Die Arbeitslosigkeit im Land ist im Juli zum sechsten Mal in Folge zurückgegangen – 74.000 Menschen fanden Arbeit. Vornehmlich in der Industrie, im Bau sowie im Dienstleistungsbereich gab es neue Arbeitsplätze.

Besonders die Jugend in Spanien hatte schwer mit der schlechten Situation auf dem Arbeitsmarkt zu kämpfen – 2013 waren rekordverdächtige 55,5 Prozent der Erwerbstätigen unter 25 ohne Job. Nun sind es zwar immer noch rund 46 Prozent – der Trend ist aber eindeutig positiv. Im Juli sank die Quote um 2,6 Prozent, 9000 Jugendliche fanden Arbeit.

Die EU greift Spanien finanziell unter die Arme

Finanzkrise © djama / Fotolia.com

Nicht nachhaltig genug? Der IWF warnt

Trotz der jüngsten Erfolgserlebnisse warnt der Internationale Währungsfonds (IWF) vor allzu frühem Jubel. Die Entwicklung könnte nicht nachhaltig genug sein, wenn jetzt keine weiteren Reformen kommen, sagen die Wirtschaftsexperten, auch wenn sie dem Mittelmeerstaat auch für 2016 ein Konjunkturwachstum von 2,5 Prozent in Aussicht stellen. Die Kurve werde aber höchstwahrscheinlich abflachen, und sich in den weiteren Jahren bis 2020 in der Größenordnung von durchschnittlich 1,2 Prozent einpendeln. Das könnte zu wenig sein, um die Arbeitslosigkeit weiter einzudämmen. Sorgen bereitet den IWF-Experten vor zudem die hohe Staatsverschuldung, die bis Ende 2015 auf knapp 99 Prozent des Bruttoinlandprodukts anschwellen dürfte.

Es gibt also noch viel zu tun in Madrid, doch die neuesten Zahlen der Hoffnung auf eine bessere Zukunft in Spanien neue Nahrung – ein taumelnder Riese kämpft sich langsam zurück.

Quellen:

http://www.nzz.ch/wirtschaft/wirtschaftspolitik/ein-verwundbarer-musterschueler-1.18598068
http://www.morgenpost.de/politik/article205537775/Arbeitslosigkeit-sinkt-den-sechsten-Monat-in-Folge.html
http://www.zeit.de/politik/ausland/2015-07/konjunktur-spanien-wirtschaftswachstum-arbeitslosigkeit
http://derstandard.at/2000020740683/Spaniens-Wirtschaft-ni

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