Partido Popular stürzt in der Wählergunst ab

Korruption und fehlendes Unrechtsbewusstsein

Gemäß einer aktuellen Umfrage von „El Pais“ fiel die PP auf 20,7 % der Wählerstimmen. „Angetrieben durch den Zorn der Bürger“ titelt die Zeitung von „einem Erdbeben“, dass sich in Spanien ankündigt. In den letzten Jahren waren viele Politiker der PP unter Korruptionsverdacht geraten. Der frühere Schatzmeister Luis Bárcenas sitzt in Untersuchungshaft. Der ehemalige Parteigeneralsekretär Ángel Acebes wird wegen Schwarzgeldgeschäften belangt. Rodrigo Rato, der ehemalige Wirtschaftsminister wird wegen des Verdachts der Untreue angeklagt. Jaume Matas, ehemals Umweltminister wurde wegen Bestechlichkeit zu sechs Jahren Gefängnis verurteilt. In einer neuen Korruptionsaffäre ist es jetzt zur Verhaftung von 51 Abgeordneten, Beamten und Geschäftsleuten gekommen. Ihnen wird zur Last gelegt, sich dadurch bereichert zu haben, öffentliche Aufträge gegen Geld verkauft zu haben.

Neue Partei Podemos gewinnt an Zustimmung

Die erst vor acht Monaten gegründete Protestpartei Podemos gewinnt derweil an Zustimmung unter den Spaniern. Gründe hierfür liegen unter anderem in der hohen Arbeitslosigkeit von 24,4 % und den immer Neuen Sparmaßnahmen bei den öffentlichen Ausgaben. Aber auch bei dem Verhalten der Beiden Großen Parteien des Landes, insbesondere aber der regierenden PP. Der Zustimmungswert von Podemos stieg auf 27,7 Prozent, womit die junge Partei zu Spaniens stärkster Kraft aufstieg. Dies noch vor den Sozialisten, die 26,2 Prozent erreichten. Die PP kam auf nur noch 20,7 Prozent, womit die PP die absolute Mehrheit einbüßte. Im nächsten Jahr werden die Kommunal- und Regionalwahlen abgehalten. Im Herbst 2015 stehen auch die Parlamentswahlen an.



Bild: © Miguel Angel Morales Hermo / Text: SAZ