Chávez hält nicht die Klappe - Merkel bleibt cool, Barroso tobt
MEXICO C.F./:
Während Angela Merkel die abfälligen Worte von Staatschef Hugo Chávez cool und souverän von der Hand wies, hat der Kommissionspräsident der Europäischen Union, José Manuel Barroso, Chávez öffentlich kritisiert. Es sei von grundsätzlicher Bedeutung, eine gute Beziehung zu Europa aufzubauen und sollte im Sinne von ganz Lateinamerika liegen, betonte Barroso. Reden wie die vom venezolanischen Präsidenten “wiegeln auf” und behindern diese Entwicklung.
“Merkel ist eine groβe Demokratin, eine groβe Deutsche und eine groβe Europäerin”, so Barroso. In diesem Zusammenhang wies er darauf hin, dass die Bundeskanzlerin immerhin in der DDR aufgewachsen sei, in der ja “keine wirkliche Demokratie” geherrscht habe, Frau Merkel von daher genau wisse, was Freiheit und Demokratie bedeuten.
Am kommenden Freitag und Samstag werden Barroso und Merkel am EU-Lateinamerikagipfel in Lima teilnehmen, wo sie voraussichtlich auch auf Chávez treffen werden.
Der venezolanische Politiker hatte unmittelbar vor Merkels einwöchiger Reise nach Lateinamerika in gewohnter Weise über Amtskollegen gelästert. Diesmal traf es jedoch nicht sein “Lieblingsopfer” George W. Bush, den er gern auch schon mal als Teufel bezeichnet, oder den spanischen Ex-Staatschef Aznar (“Warum hälst du nicht die Klappe, Hugo?”), sondern die deutsche Bundeskanzlerin.
Er platzierte sie am Sonntag in die rechte Ecke neben Hitler und bezeichnete die CDU als unterstützende Partei des Faschismus. Zuvor hatte Frau Merkel darauf hingewiesen, Chávez habe nicht das Recht, die Führung anderer lateinamerikanische Staaten zu übernehmen.
Datum:
13.05.2008
Quelle:
SAZ
Autor:
Susanne Thiel
Bildquelle:
SAZ
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Chávez, Angela Merkel, Barroso, EU-Lateinamerikagipfel, Klappe halten, Hugo
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