Internetverbot für Soldaten: Ministerin mag keinen Fußball
MADRID:
Riesenwirbel in Spanien um Internetzensur: Carme Chacón, neue Ministerin für Verteidigung, hat unter der Woche die Webseiten von Sportportalen wie Marca und As für alle Soldaten und Mitarbeiter ihres Ministeriums sperren lassen. Auch Entertainment-Seiten wie Interviú und die Versteigerungsseite Ebay waren betroffen, dazu Seiten mit pornographischem Inhalt.
Offizieller Grund: Angeblich sei das Computernetz überlastet. Denkbar wäre aber auch, dass Chacón die vielen weiblichen Angehörigen des spanischen Militärs vor Belästigungen schützen will. Warum dann aber Fußballseiten gesperrt wurden, ist unverständlich.
Viel wahrscheinlicher ist, dass die Sozialistin, erste Frau an der Spitze des Militärs, besorgt ist über die Arbeitsmoral ihrer Untergebenen. Die wehrten sich heftig mit Leserbriefen an Marca und Co, die Soldatengewerkschaft schaltete sich ein, und beklagte, dass durch die "absurde Zensur Bürger zweiter Klasse" geschaffen würden.
Unter dem Sturm der Entrüstung knickte die Ministerin ein. Am Montag sollen die Soldaten ihre Fußballergebnisse im Internet wie gewohnt finden können.
Der in der Regierung für Sport zuständige Staatssekretär Jaime Lissavetzky nahm den misslungenen "ersten Kampfeinsatz" der Verteidigungsministerin gelassen. Er sagte: "Ich freue mich, dass im Kabinett über Sport nachgedacht wird."
Interessant: Die Katalanin Chacón hatte doch glatt vergessen, die Portale von katalanischen Sportzeitungen wie "Sport" auf den Index setzen zu lassen. Ein Schelm, wer Böses dabei denkt ...
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(Foto: Marca)
Datum:
26.04.2008
Quelle:
SAZ
Autor:
Wilhelm Wagner
Bildquelle:
SAZ
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Zensur, Porno, Fußball, Internetzensur, Chacón, Spanien, Marca, Sport, As, Militär, Soldaten
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