Real Madrid "erschreckend": Der Abpfiff als Erlösung
A CORUÑA/:
Schlimmer gehts eigentlich nimmer: Real Madrid gegen Deportivo La Coruña. War das jetzt der Tiefpunkt der Unterhaltung am Samstagabend?Man möchte fast sagen ja - wüsste man nicht aus den Erfahrungen Gerhard Dellings mit Rudi Völler, dass solche Äußerungen bei Trainern oft unkontrollierte Antworten provozieren.
Dass er nicht unterhalten, sondern arbeiten will, hat Bernd Schuster unter der Woche klar gemacht. Dass die Zuschauer ihr Geld am Samstagabend aber durchaus dafür hergeben, um durch anderer Leute Arbeit unterhalten zu werden, ist auch klar. Genau dafür ist Schuster ja auch engagiert worden - "gute Arbeit" samt Meisterschaft hatte nämlich auch Fabio Capello abgeliefert.
Was die Zuschauer am Samstag sehen mussten, war Langeweile pur - ein ausgeglichenes Spiel zweier schlechter Teams, von denen das eine gegen den Abstieg kämpft, das andere die spanische Liga mit Abstand anführt. Torchancen auf beiden Seiten: Null. Kommentar der Zeitung Marca: "Erschreckend!"
Steckt vielleicht am Ende doch eine Krise des spanischen Fußballs dahinter, wie sie angesichts des Abschneidens der spanischen Teams in Champions League und UEFA-Pokal ein langer Artikel in "El Mundo" beschrieb und Jorge Valdano in seiner Kolumne in der "Marca" analysierte?
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BILDERGALERIE: BERND SCHUSTER
Freie Auswahl: Wer war der schlechteste Spieler bei Real Madrid?
Valdano sagte, dass sich jede Fußballmannschaft nach ihrem schwächsten Glied richte. Und wenn man viele schwache Glieder habe, die drei oder vier Ballkontakte brauchen, ehe sie den Ball unter Kontrolle bekommen, könne man eben nicht guten Fußball bieten.
Dies trifft nun augenscheinlich genau auch auf Real Madrid zu: Einen "besten Spieler" wird man nicht finden, dafür kann man sich aussuchen, wer am Samstag in La Coruña der Schlechteste war. War es Torres in der Abwehr, der sich mehr als einmal überlaufen ließ? War es Drenthe im Mittelfeld, der schier unglaubliche Fehlpässe spielte? War es Soldado im Angriff, der eindrucksvoll zeigte, warum Schuster normalerweise nicht auf ihn setzt?
Als Schuster die Zuschauer nach 68 Minuten mit der Auswechslung Drenthes und Soldados von der schlimmsten Pein erlöste, konnte es mit dem Spiel der Madrilenen nur besser werden - und es wurde besser, wenn auch nicht viel. Da stand es schon 1-0 für Deportivo, das ebenfalls sehr schlecht kickte, dafür ja aber auch in Abstiegsgefahr schwebt. Bezeichnend: Das Siegtor für La Coruña schoss Reals Pepe, dummerweise in die eigenen Maschen. So bleibt Madrid seit 17 Spielzeiten ohne Erfolg bei Deportivo.
Wie auch immer: Der Vorsprung auf den Zweitplatzierten FC Barcelona beträgt für Real immer noch acht Punkte, selbst im Falle eines Sieges für Barcelona am Sonntag (19 Uhr) wären es noch fünf. Aber auch die Katalanen müssen ihr Spiel in Almería erst einmal gewinnen - sicher ist auch das nicht. Steckt der spanische Fußball vielleicht wirklich in der Krise?
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FORUM: FUSSBALL-TALK - Welche Mannschaft ist die beste?
(Bild: Marca)
Datum:
17.03.2008
Quelle:
SAZ
Autor:
Wilhelm Wagner
Bildquelle:
SAZ
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Real Madrid, Bernd Schuster, Deportivo La Coruna, FC Barcelona, Drenthe, Pepe, Guti
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