Dicke Krise bei Real Madrid: Rüffel für Bernd Schuster
MADRID:
Für Bernd Schuster kommt es langsam aber sicher knüppeldick. Vier Spieltage hat es gedauert, bis der FC Barcelona seinen Rückstand von neun Punkten auf Real Madrid auf zwei winzige Zählerchen hat schmelzen lassen. Hinter den Kulissen brodelt es bei Real. Im Kreuzfeuer der Kritik steht unter anderem Fitness-Trainer Walter di Salvo. Er soll Schuld daran sein, dass Real so viele Verletzte hat wie noch nie, darunter 30-Millionen-Mann Pepe und Christoph Metzelder.
Nach den Niederlagen gegen Almería, Betis und Getafe versinken die Königlichen in einer Krise, auch wenn Bernd Schuster sagt, dass er mit der Mannschaft zufrieden sei und lediglich die Resultate nicht stimmen würden.
Eigentlich hat er ja recht: So richtig gut hat Real nur selten gespielt, aber gewonnen haben sie doch meistens. Jetzt ist es eben umgekehrt. Kein Prophet muss sein, wer voraussagt, dass bei Real die Hütte brennen wird, wenn am kommenden Dienstag die Champions League gegen Rom vergeigt wird. Aber schon am Samstag kann die nächste Krise kommen: Wenn Real gegen in Huelva verliert und Barcelona zeitgleich bei Atlético Madrid gewinnt, ist die Tabellenführung futsch.
Bei Barcelona scheint die Moral riesig. Messi ist in der Form seines Lebens, Etoo trifft, wie er will - und sogar Ronaldinho ist wieder Stammspieler und zeigt gute Leistungen. 13 Spieltage hat Barça noch Zeit, die Schmach der Vorsaison auszutilgen, als Real Madrid die Katalanen auf der Zielgerade abfangen konnte und Meister wurde.
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Calderon: "Ich möchte, dass Schuster aufhört, an den Schiedsrichtern herumzumäkeln"
Da passt nur ins Bild, dass Reals Präsident Calderón offenbar ein wenig die Nerven verliert. Eigentlich wollte er seinem Spielmacher Guti einen Vertrag auf Lebenszeit anbieten - aber der muss nun warten. Kein schönes Signal für den einzigen Spieler, der in dieser Saison konstant gut spielt. Denn wie kann ein Vertrag auf Lebenszeit von der Tagesform der Mannschaft abhängen?
Und auch Bernd Schuster selbst bekam vom Präsidenten einen Rüffel. "Ich möchte, dass er aufhört, an den Schiedsrichtern zu mäkeln", sagte Calderón in der Zeitung Marca. Zuletzt hatte Schuster den Deutschen Schiri Herbert Fandel angegriffen, der Real angeblich in Rom verpfiffen haben soll. Dabei war es eher umgekehrt - Fandel übersah eine Tätlichkeit Diarras, der die Rote Karte verdient gehabt hätte.
Marca: "Jetzt müssen sie schon Tore feiern, die überhaupt noch nicht gefallen sind"
Dasselbe sagte Calderón in Richtung Sportdirektor. Denn nach dem "dümmsten Gegentor der Fußballgeschichte" meckerte Pedja Mijatovic, der Schiri hätte den Spielzug Getafes abpfeifen können. "Er hat doch gesehen, dass alle unsere Spieler an der Eckfahne waren, um unser nicht gegebenes Tor zu feiern."
Bleibt die Frage: Wieso rennen hochbezahlte Profis an eine Eckfahne, um ein nicht existierendes Tor zu feiern? Die Zeitung Marca, klar auf Seiten Real Madrids, fragte: "Die Moral der Spieler scheint angeknackst. Jetzt müssen sie die Tore schon feiern, bevor sie überhaupt gefallen sind."
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Magazin: Bernd Schuster - jetzt hat der blonde Engel das Sagen
(Bild: Wikipedia)
Datum:
26.02.2008
Quelle:
SAZ
Autor:
Wilhelm Wagner
Bildquelle:
SAZ
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Real Madrid, Bernd Schuster, FC Barcelona, Barca, Ronaldinho, Messi, Guti, Etoo
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