Maddie: Psycho-Krieg um Verhöre und Premierminister Brown
LONDON/:
Maddies Eltern und ihre Anwälte wollen unbedingt Englands Premierminister Gordon Brown persönlich sprechen. Warum? Wer darf Maddies Eltern wo und wie verhören? Wie entscheidet die britische Regierung? Der Fall der verschwundenen Madeleine McCann gleicht derzeit einem Psycho-Krieg zwischen der englischen und der portugiesischen Polizei sowie den Anwälten der McCanns und der britischen Regierung.
Maddies Eltern haben laut Daily Mail über ihre Anwälte den britischen Ministerpräsidenten Gordon Brown persönlich zu einem Treffen auf höchster Ebene eingeladen, man könnte auch sagen aufgefordert. Sie befürchten, dass die Regierung ihr Engagement im Fall Maddie einschlafen lässt.
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Regierungschef Gordon Brown (Bild unten) hat ein Treffen abgelehnt, will nur rangniedrige Beamte zu einer Unterredung abstellen. Dies ist den Beratern der McCanns aber nicht genug. Auch das Außen- und Innenministerium haben ein Treffen abgelehnt. Offenbar wollen sie sich nicht offen für die Sache der McCanns einsetzen, die selbst in England mittlerweile mehr als umstritten sind.
"Diese Regierung wurde gewählt, um ihre Bürger zu schützen"McCann-Anwalt Kingsley Napley sowie der Millionär Brian Kennedy, der die McCanns finanziell unterstützt, bestehen auf einem Gespräch mit dem Regierungschef. Stephen Winyard, ein anderer Millionär, attackierte die Regierung direkt: "Die Regierung wurde gewählt, um ihre Bürger zu unterstützen. Jeder ist unschuldig, bevor ihm nicht das Gegenteil bewiesen ist. Ich würde Gordon Brown empfehlen, unsere Einladung anzunehmen."
Nach dem Verschwinden Maddies am 3. Mai hatte Gordon Brown mehrmals mit Gerry McCann, der als Regierungsberater arbeitet, telefoniert. Die Telefonate wurden aber eingestellt, nachdem die McCanns im September offiziell als Verdächtige eingestuft wurden. Kritiker von Maddies Eltern haben den McCanns mehrfach unterstellt, die Regierung zu ihrem Schutz zu missbrauchen.
Dazu ein Freund der Familie: "Kate und Gerry brauchen keinen Schutz, denn sie haben nichts zu verbergen."
Portugiesische Polizei befürchtet: "Engländer sind zu lasch"In einem Artikel portugiesischen Zeitung 24 Horas befürchten portugiesische Polizisten, dass die geplante erneute Befragung von Kate und Gerry McCann in England nichts Neues ans Licht bringen könnte - weil die englischen Polizisten nicht hartnäckig genug nachfragen würden. "Sie werden sie einfach nicht genug unter Druck setzen", so ein Kommentar.
Portugiesen dürfen nur zuschauen
Eigentlich waren die neuen Verhöre für diese Wolche geplant, aber aus bürkokratischen Gründen wird es wohl nichts damit vor Weihnachten. Denn die Fragen der portugiesischen Polizei müssen erst von einem portugiesischen Staatsanwalt geprüft werden, danach übersetzt, dann den britischen Behörden überstellt und schließlich von Innenministerin Jacqui Smith persönlich genehmigt werden. Erst dann ist die britische Polizei am Zug.
Wahrscheinlich wird die Befragung in England stattfinden, die portugiesische Polizei darf sich so gut wie nicht einschalten. Dies wäre aber nach Meinung der Ermittler nötig, um die vermeintlichen Widersprüche in den Aussagen der McCanns sowie ihrer Freunde aufzudecken.
Das Verhältnis zwischen englischer und portugiesischer Polizei scheint nicht das beste zu sein. Zeugen sprechen von Streitereien bei den Besprechungen der DNA-Analysen vergangene Woche, die in Birmingham durchgeführt worden waren.
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Datum:
10.12.2007
Quelle:
SAZ
Autor:
Wilhelm Wagner
Bildquelle:
SAZ
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