Unbekannte Population des Iberischen Luchses aufgetaucht
CASTILLA LA MANCHA/MADRID:
In Spanien ist eine neue Population des vom Aussterben bedrohten Iberischen Luchses entdeckt worden. Spanische Behörden bestätigten den Fund, schwiegen sich jedoch über den Ort und die Größe der Gruppe zunächst aus. Es scheint, dass die auch als "europäischer Tiger“ bezeichneten Tiere im dünn besiedelten zentralspanischen La Mancha aufgetaucht sind. Der Iberische Luchs gilt als die am stärksten bedrohte Raubkatze der Welt. Wissenschaftlich bestätigt sind derzeit rund 110 ausgewachsene Tiere, die in zwei getrennten Populationen in Südspanien leben. "Ob sich die neue Population genetisch von der südlichen unterscheidet, können wir klären, sobald wir den genauen Fundort kennen“, sagt WWF-Experte Volker Homes. "In jedem Fall bedeutet dieser Bestand neue Hoffnung für den Iberischen Luchs.“ Das Überleben des Iberischen Luchses steht auf der Kippe. Viele der Tiere sterben, weil sie in ihren schrumpfenden Lebensräumen nicht mehr genug Beute machen können. Iberische Luchse leben hauptsächlich von Wildkaninchen, die unter Landwirtschaft und Krankheiten leiden. "Ein großes Problem ist der auch von der Europäischen Union subventionierte Straßenbau, der die Reviere zerschneidet. Immer wieder werden Luchse von Autos angefahren und schwer verletzt oder getötet“, erläutert WWF-Experte Homes. Auch die Landwirtschaft verdrängt die Luchse von den lichten Waldflächen und dem Buschland, das sie brauchen. Hinzu kommt, dass Weibchen im fortpflanzungsfähigen Alter Mangelware sind – weniger als 25 sind noch in der Lage, Junge zu bekommen.
Der WWF fordert, dass alle Luchs-Lebensräume unter den stärksten Schutz gestellt werden, den die EU zu bieten hat: das „Natura 2000”-Programm. "Bislang ist diese Forderung von den spanischen Behörden geflissentlich überhört worden“, kritisiert Volker Homes vom WWF. "Hoffentlich hilft die jetzt entdeckte Luchs-Population dabei, dass Europa endlich Verantwortung für seine vom Aussterben bedrohte Raubkatze übernimmt.“
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Datum:
25.10.2007
Quelle:
Pressefach WWF / SAZ
Autor:
Susanne Thiel
Bildquelle:
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