Wüstenstrom: Deutschland und der liebe Gott wollen es so


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Wilhelm Wagner 
- 09.03.2010

Wüstenstrom: Deutschland und der liebe Gott wollen es so
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Die deutsche Bundesregierung will das internationale Wüstenstromprojekt Desertec in Nordafrika mit staatlichen Finanzbeiträgen vorantreiben. 





Nach der Konkretisierung des Vorhabens seien deutsche Exportfördermaßnahmen und Hermes-Bürgschaften denkbar, sagte Bundeswirtschaftsminister Rainer Brüderle.

Der Plan, 2050 rund 15 Prozent des europäischen Strombedarfs über Importe aus Nordafrika zu decken, solle ins nationale Energiekonzept einfließen, kündigte Brüderle an.

Es soll im Herbst mit neuen Festlegungen auch für den Atomausstieg und Kohlestrom von der Regierung beschlossen werden. Fachleute rechnen bei diesem Vorhaben vieler Nationen mit dreistelligen Milliarden-Investitionen.

Zum Desertec-Konsortium gehören neben der Deutschen Bank Unternehmen wie Siemens, sowie die Energiekonzerne Eon, aber auch Firmen aus Spanien und Algerien. Bald sei auch mit Unternehmen aus Frankreich, Italien, Marokko, Tunesien und anderen zu rechnen.

Noch sei es zu früh, Zwischenschritte der Energie-Versorgung festzulegen, sagte Brüderle. Zumal vor allem in einem Super-Netz durchs Mittelmeer nach Europa riesige Strommengen transportiert werden sollen.

Dieses ehrgeizige Vorhaben passe aber ins deutsche Konzept, wonach Sondergewinne aus dem Weiterbetrieb abgeschriebener Atommeiler abgeschöpft und in die Forschung gesteckt werden sollten. "Das ist eine Zukunftsstrategie, die zeigt, dass das Ziel, (...) schneller in das Zeitalter der regenerativen Energien hineinzukommen, ein machbares ist."

In der Zukunft sieht der Minister eher importierten Strom aus Afrika in Deutschland als deutschen Solarstrom. "Allein von der Logik, dass der liebe Gott festgelegt hat, dass die Sonne in Nordafrika mehr scheint als in unserem geliebten Berlin, spricht dafür, dass man mehr Solarenergie von dort einfangen kann als hier."

Das bedeute "kein Entweder-Oder", jedoch sei die Sonne in Afrika ergiebiger als hierzulande. Angesichts erheblicher Investitionen in Kraftwerke, vor allem aber in den Bau von Stromnetzen durchs Mittelmeer nach Spanien oder Italien müsse schnellstmöglich eine Umsetzungs-Strategie her.

In der Nutzung von "Strom aus der Wüste (...) steckt ein gewaltiges Potenzial sowohl zur Deckung der Stromnachfrage in der Region als auch für einen Beitrag zur Stromversorgung in der EU", sagte Brüderle. (SAZ, dpa)

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