Laporta geht in die Politik, Katalonien gähnt gelangweilt
BARCELONA/BARCELONA/KATALONIEN:
Joan Laporta vom FC Barcelona macht ernst, seit Montag präsentiert er sich und seine politischen Ambitionen im Internet."Dass es Zeit ist, gemeinsam für Kataloniens Freiheit aufzustehen", wie Barça-Präsident Laporta pathetisch beschwört, empfinden aber offenbar außer ihm selbst immer weniger Katalanen.
Denn die Bewegung für die Gründung eines unabhängigen Staates verliert in der Bevölkerung der nordostspanischen Region an Rückhalt. Bei einer neuen Serie symbolischer Abstimmungen über eine Loslösung der Region von Spanien war die Beteiligung deutlich rückläufig.
Wie die Veranstalter mitteilten, hatten bei den "Referenden" am Sonntag in 80 katalanischen Städten und Gemeinden nur 21 Prozent der Wahlberechtigten ihre Stimme abgegeben. Davon votierten 92 Prozent für die Unabhängigkeit.
Im Dezember 2009 hatten an ähnlichen symbolischen Abstimmungen in über 160 katalanischen Gemeinden 27 Prozent der Wähler teilgenommen, von denen 94 Prozent für einen unabhängigen Staat stimmten.
Die von privaten Initiativen organisierten Abstimmungen haben rechtlich keinerlei Auswirkungen. Sie werden auch von der spanischen Regierung nicht anerkannt. Katalonien ist mit 7,5 Millionen Einwohnern die wirtschaftsstärkste Region Spaniens.
Wie genau Laporta seinem geliebten Katalonien dienen will, weiß er offenbar selbst noch nicht, so das spanische Fernsehen TVE. Im Gespräch ist eine eigene Partei, er könnte sich aber auch einer der vorhandenen Parteien anschließen - wenn die ihn denn Chef spielen lassen. Denn darum geht es dem Präsidenten des FC Barcelona wohl nicht zuletzt auch. (SAZ, dpa)
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Foto: Laporta2010.cat
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Datum:
02.03.2010
Quelle:
SAZ
Autor:
Wilhelm Wagner
Bildquelle:
SAZ
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