Real Madrid gegen FC Barcelona? Bitte Superbowl anschauen!
MADRID:
Treten, spucken, schlagen, Schwalben produzieren, Verletzungen simulieren, Karten für den Gegner fordern - und dann wie kleine Kinder jammern. Das Bild der spanischen Fußball-Liga könnte im Moment jämmerlicher nicht sein - trotz sündhaft teurer Stars und technisch einwandfreiem Sport.
Während sich Verantwortliche und Presse von Real Madrid und des FC Barcelona schon seit Wochen von den Schiedsrichtern verfolgt fühlen, fallen nun auch die Trainer der kleineren Clubs munter ein. Am Wochenende war es Racing Santanders Trainer Portugal, der obszöne Worte wählte.
Die Frage aber ist, was erwachsene Menschen, die noch dazu Millionen Euro mit ihrem Sport verdienen, damit bezwecken? Wollen sie den Ast absägen, auf dem sie sitzen - also den Fußball ruinieren?
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Wer sich die Mühe macht und andere Sportarten ansieht, bekommt beim Gedanken ans kommende Fußball-Wochenende das kalte Gruseln.
Beim Superbowl-Endspiel in Miama zwischen den Indianapolis Colts und News Orleans Saints am Sonntag wurde nicht ein einziges Mal über den Schiri gejammert, dafür die strittigste Entscheidung des Spiels einfach per Videobeweis aus der Welt geschafft. Ganz zivilisiert, mit der Technik des 21. Jahrhunderts. Die Saints gewannen, die Colts nahmen es wie Männer.
Und im Fußball? Rudelbildung, Verschwörungstheorien, Schimpfwörter - das ganze Arsenal pubertärer Schwachsinnigkeiten wird derzeit auf die Fußball-Fans ausgeschüttet, dass es nur so kracht.
Wieso gibt es also nicht den Videobeweise im Fußball? Wieso kann man ein Spiel nicht unterbrechen, um strittige Entscheidungen zu klären? Weil es einfach viel zu viele strittige Entscheidungen gibt? Weil dann ein Fußballspiel neun Stunden dauern würde, bis alles durchdiskutiert und bejammert sein würde? Weil der Schiri vor lauter Rudelbildung den Video-Monitor nicht sehen könnte? Wahrscheinlich.
Traurig, aber wahr: Es scheint einfach zur Mentalität vieler Stars, ihrer Trainer und leider auch der Fans zu gehören, zu jammern, zu heulen und zu klagen. Scheinbar macht ihnen das einen Riesenspaß.
Was zum Teufel ist da eigentlich los?
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Datum:
08.02.2010
Quelle:
SAZ
Autor:
Wilhelm Wagner
Bildquelle:
SAZ
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