Rachel Weisz und Amenábar: "Agora" Film des Jahres 2009!
MADRID:
Alexandrien zur Zeit des Römischen Reiches, Endstadium. Christen, Juden und die etablierte Herrschaftselite, die wie gehabt zu den ägyptischen Göttern Isis und Osiris betet, bekriegen sich. Die Astronomin und Philosphin Hypatia (Rachel Weisz) gerät zwischen die Fronten, am Ende wird sie von den Christen gesteinigt.
So weit so schlecht. Das Thema in einen monumentalen Historienfilm zu kleiden, der ohne unmotivierten Sex, derbe Action, dumme Sprüche und Langeweile auskommt, war das Verdienst des spanischen Regisseurs Alejandro Amenábar.
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50 Millionen Euro kostete das in Spanien - aber auf Englisch - gedrehte Werk. Das sieht man dem Film, einer der teuersten spanischen Streifen aller Zeiten, auch an. Selten hat man einen Historienstoff derart gut in Szene gesetzt.
So wird die Message den filmverwöhnten US-Amerikanern und Europäern hoffentlich einleuchten. Und die lautet: Auch die angeblich so zivilisierte Christenheit fing einmal als fundamentalistische Bewegung von ungehobelten, gewalttätigen, frauenverachtenden und wissenschaftsfeindlichen Unholden an.
Dass die frühen Christen in Amenábars Film mit ihren dunklen Bärten und Kutten auch äußerlich wie Taliban aussehen, dürfte kein Zufall sein - der Vergleich kann nur gewollt sein.
In Cannes wurde der Film 2009 als "zu theoretisch und verkopft" kritisiert. Und gewiss erfordert der Film ein gewisses Bildungsniveau und ein damit verbundenes Interesse an der Geschichte der Menschheit.
Aber ist die Kinowelt schon so oberflächlich geworden, dass ein bisschen Nachdenken als lästig empfunden werden muss?
Fakt ist: Alejandro Amenábar gehört seit "Mar adentro", mit dem er den Oscar gewann, zu den ganz Großen des Kinos - mit Agora hat er seinen Ruf bestätigt. Spaniens Allgemeine Zeitung kürt "Agora" zum Film des Jahres 2009.
Foto: Mod Producciones
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Datum:
17.12.2009
Quelle:
SAZ
Autor:
Wilhelm Wagner
Bildquelle:
SAZ
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