Spanien streitet über Abtreibung, Sozialisten in der Defensive
MADRID:
Nach der Riesen-Demo vom Samstag gegen die Abtreitung diskutiert ganz Spanien über das laxe neue Gesetz der Sozialisten. Oppositonsführer Rajoy kündigte an, im Parlament eine Mehrheit gegen das neue Abtreitungsrecht organisieren zu wollen.
Mehr als eine Million Menschen hatten am Samstag friedlich und fröhlich demonstriert, es wurde viel getanzt und gesungen - dazu waren Fotos von Schwangeren sowie Ultraschallaufnahmen von Embryos auf Plakaten zu sehen.
Viele riefen: "Wir danken unseren Müttern, die uns nicht abgetrieben haben."
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Benigno Blanco, Sprecher der Veranstalter, sagte auf dem Unabhängigkeitsplatz im Zentrum von Madrid: "Die Teilnahme eines jeden von Euch an der heutigen Demonstration bezeugt das Bekenntnis zum Kampf für das Leben". Die Regierung müsse "auf die Stimme der Straße hören".
Nach den neuen Plänen der Regierung von José Luis Rodríguez Zapatero soll künftig eine Abtreibung grundsätzlich bis zur 14. Schwangerschaftswoche möglich sein - bei Komplikationen bis zur 22. Woche erlaubt sein. Mädchen sollen künftig ab 16 Jahren ohne die Zustimmung abtreiben dürfen.
Die Gleichstellungsministerin Bibiana Aído erklärte ihre "vollständige Achtung" für die Demonstranten. Allerdings habe niemand ein "Monopol auf Moral". Keine Frau dürfe für eine derartig schwierige Entscheidung wie die eines Schwangerschaftsabbruchs kriminalisiert werden.
Bislang ist eine Abtreibung in Spanien nur unter strengen Voraussetzungen möglich: bis zur zwölften Woche nach einer Vergewaltigung, bis zur 22. Woche bei Missbildung des Fötus oder gesundheitlicher Gefährdung der Mutter.
Die entsprechenden Regelungen traten 1985 in Kraft, zehn Jahre nach dem Tod von Diktator Francisco Franco, unter dessen Herrschaft Abtreibungen verboten waren. (SAZ, AFP).
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Datum:
19.10.2009
Quelle:
SAZ
Autor:
Wilhelm Wagner
Bildquelle:
SAZ
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