Kosovo-Debakel: Außenminister wusste nichts davon
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Wilhelm Wagner
- 24.03.2009
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Spanien will raus aus dem Kosovo - aber scheinbar wusste der eigene Außenminister nichts von der Sache! Die ganze Welt fragt nun: Ist Spanien nur eine Lachnummer - oder schon eine Bananenrepublik.
Denn ganz offensichtlich wusste Spaniens Außenminister Miguel Ángel Moratinos zwar von den Kosovo-Abzugsplänen seiner Kollegin Carme Chacón - sicher aber wusste er nichts vom Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung!
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Mit seiner US-Kollegin Hillary Clinton konnte er so erst zwei Tage nach der geplatzten Kosovo-Bombe telefonieren.
Auch die Diplomaten des Auswärtigen Amtes Spaniens wurden kalt erwischt von den Plänen ihrer sozialistischen Chefin, die am Donnerstag im Kosovo vollmundig erklärte: "Es wird Zeit, nach Hause zu gehen!"
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Bei US-Präsident Obama und bei der NATO hatte sie damit auf Granit gebissen. Am Sonntag musste Regierungschef Zapatero, der Chacón unterstützte, klein beigeben - der Abzug wird verschoben.
Außenminister Moratinos: "Als ich von der Nachricht erfuhr, begann ich zu arbeiten!"
Moratinos in der Zeitung "El Mundo": "Alle Regierungsmitglieder kannten den Plan. Man muss ihn nur in Ruhe kommunizieren, und alles wird gut." Bereits Generalsekretär Bernardino Lean hatte Ministerin Chacon dafür gerügt, den Alliierten "nicht die nötigen Erklärungen" gegeben zu haben.
Mindestens aber den Zeitpunkt der Verkündung des Kosovo-Planes kannte der Außenminister nicht - wie er laut "El Mundo" freimütig zugibt. Moratinos: "Als ich von der Nachricht erfuhr, habe ich sofort begonnen zu arbeiten. Ich habe mich mit allen meinen Kollegen in Verbindung gesetzt und die Sache erklärt."
Auch mit Hillary Clinton, der neuen Außenministerin der USA, habe er telefoniert, so Moratinos - am Samstag, also zwei Tage nach der Ankündigung Chacóns. Kein Wunder also, dass sich die USA "sehr irritiert" über den Alleingang der Spanier zeigten.
Laut der spanischen Regierung ist aber alles halb so schlimm. Moratinos wörtlich: "Clinton hat mir versichert, dass sie Spanien weiterhin als "ernsthaften und vertrauenswürdiges Land einstuft."
Fakt aber ist: Spaniens Sozialisten haben ihr Land bis auf die Knochen blamiert.
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Bild: / Text: SAZ






