Obama blamiert Spanien, Zapatero verschiebt Abzug
Bewerten :
Kommentare: 0
Wilhelm Wagner
- 23.03.2009
S
panien knickt in der Kosovo-Frage ein, US-Präsident Obama hat seine Muskeln gezeigt.
Vor wenigen Wochen noch haben Spaniens Sozialisten den neuen US-Präsidenten Barack Obama als einen der ihren bejubelt - jetzt fluchen sie über ihn.
NEWS: Kosovo-Debakel: Spaniens Außenminister wusste nichts davon!
FORUM: Spaniens Kosovo-Debakel - oder die Frage: Wie unfähig darf eine Regierung sein?
Denn wie zu erwarten war, hat Obama die einseitige Ankündigung Spaniens, seine Truppen aus dem Kosovo abzuziehen, sehr übel genommen.
Unter dem Druck aus Washington, das "sehr irritiert" war, sind die regierenden Sozialisten schon nach einem Tag eingebrochen: Sie machen alles wieder rückgängig.
NEWS: Spanien brüskiert NATO und USA: Chacón will Abzug aus Kosovo
FORUM: Lesen Sie alle Beiträge im "Forum Wirtschaftskrise"
ALLE NACHRICHTEN AUS DER POLITIK - lesen Sie hier
Zapateros Friedensangebot an Obama: Der Abzug aus dem Kosovo wird mindestens um ein Jahr verschoben. Im Klartext also: Der Abzug wird so lange dauern, wie die USA es wollen. Und: Spanien wird sich verstärkt in Afghanistan engagieren.
Allerdings: Zapatero stellte erneut sein diplomatisches Ungeschick unter Beweis, indem er die Botschafter in Washington und bei der NATO von seiner Entscheidung nicht informierte - das gibt sogar die linke Tageszeitung "El País" zu.
Unter Präsident Obama will Spanien eigentlich seine schlechten Beziehungen zu den USA verbessern. Angeblich, so die Spanier bislang, war allein Ex-Präsident George W. Bush daran schuld, dass Spaniens internationales Ansehen in den vergangenen Jahren auf einen Nullpunkt gesunken war.
Eine Annäherung mit den USA hatten aber Zapatero und Verteidigungsministerin Chacón am Mittwoch mit ihrem Vorstoß zunichte gemacht, so schnell wie möglich aus Kosovo abziehen zu wollen. Chacóns vollmundiges Statement vor der Truppe: "Es ist Zeit, nach Hause zu gehen!"
Der Schaden, den Zapateros Sozialisten damit für Spanien angerichtet haben, dürfte auch wirtschaftlich enorm sein: Spanien gilt wie eh und je als unzuverlässiger Bündnispartner - und wer investiert schon gerne in unzuverlässige Partner ...
Hintergrund: Spanien erkennt - anders als die meisten EU-Staaten - die Unabhängigkeiterklärung des Kosovo von Serbien nicht an, um separatistischen Bewegungen im eigenen Land keinen Auftrieb zu verleihen.
(SAZ/AFP)
Foto: Wikipedia
#{fullbanner}#
Schlüsselwörter: Obama Spanien Zapatero Kosovo Barack Obama
Bild: / Text: SAZ






