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José Tomás: Ist er der beste Stierkämpfer aller Zeiten?

José Tomás ist mehr als nur ein Stierkämpfer. Er ist auch mehr als nur der beste von allen, wie manche sagen, vielleicht sogar der beste aller Zeiten.

José Tomás verzaubert die Massen auf der ganzen Welt. Der 32-Jährige Spanier schaffte es auf die Titelseite des Wall Street Journal, seine beiden Auftritte am 5. Und 15. Juni in Madrid sind mit je 24.000 Eintrittskarten seit Monaten ausverkauft. Für eine Karte auf dem Schwarzmarkt wird mehr als 3.000 Euro geboten.

Viele "Taurinos", wie die Anhänger des Stierkampfes in Spanien heißen, halten den Mann aus Galapagar für einen Aufschneider, für einen schlechten Stilisten obendrein: Ständig wird José Tomás vom Stier auf die Hörner genommen, ständig riskiert er Kopf und Kragen. Zuletzt erwischte ihn ein Stier in Jerez am Hals, Tomás blutete stark, tötete den Stier, wankte zum Lazarett und ließ sich operieren. Die Menge tobte.

Konkurrenten wie Enrique Ponce hassen ihn dafür. Bis zu José Tomás galt es als Zeichen schlechter Technik, sich in der Arena schmutzig zu machen. Das kam den meisten Toreros entgegen: Ponce spult seine Auftritte Woche für Woche routiniert herunter, sehr elegant zwar - aber auch bisweilen grottenlangweilig. Der Stierkampf versank allmählich im Glanz seiner eigenen Vergangenheit. Stars wie Ponce beherrschten zwar die Klatschspalten - aber eben die der rosaroten Herz- und Schmerzpresse (siehe Bild unten).

"Ich sterbe lieber in der Arena als bei einem Autounfall"

José Tomás rockt dagegen bei seinen wenigen Kämpfen das Haus - oder bringt es ehrfuchrtsvoll zum Schweigen, "je nachdem, wie es der Respekt vor dem Stier gebietet", sagt Tomás. Die Fans zählen seine Wunden, er selbst gibt Sätze von sich wie: "Ich gehe nicht in die Arena um zu sterben. Aber ich sterbe lieber in der Arena als bei einem Autounfall."

Zudem ist er extrem selbstbewusst, ein richtiger Rebell: Statt die Ochsentour durch die spanischen Fiestas zu machen, ging er bettelarm als Jugendlicher nach Mexiko, um Torero zu werden. Statt später die allmächtigen Veranstalter zu hofieren, verhandelte er seine Fernsehrechte selbst. Er ließ sogar schon Stiere leben, weil er sie nicht töten wollte, Strafen von 18.000 schreckten ihn nicht ab. Das alles machte ihn zum bestbezahlten Torero aller Zeiten, heute kassiert Tomás rund 400.000 Euro pro Kampf.

Dass der privat sehr schüchterne Star auch Krisen kennt, macht ihn nur beliebter. Nach starken Selbstzweifeln zog er sich 2002 vom Stierkampf zurück, erst 2007 feierte eine triumphale Rückkehr - ausgerechnet in Barcelona, dessen linker Stadtrat die Stadt zuvor zur stierkampffreien Zone erklären wollte. Auch dafür lieben ihn die Fans - seine Gegner protestierten mit blutrot bemalten Händen.

Auch hier erwies sich Tomás, der wohl wie kein Zweiter über seine Kunst nachdenkt, als Meister seines Fachs: "Ja", sagte er, "es fließt Blut beim Stierkampf, das des Stieres, und das des Menschen. Aber es steckt viel Wahrheit im Kampf. Der Stier stirbt einen glanzvollen Tod in der Arena. Natürlich gibt es auch viele Dinge beim Stierkampf, die unschön sind, da mögen die Gegner recht haben. Da muss man sie respektieren. Aber Beleidigungen kann man nie respektieren."

NEWS: José Tomás bricht schwer verletzt zusammen


FORUM: Stierkampf - Kunst oder Tierquälerei?


Datum:
03.09.2008
Quelle:
SAZ
Autor:
Wilhelm Wagner
Bildquelle:
SAZ
 

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Suchbegriffe: José Tomás, Stierkampf, Matador, Enrique Ponce


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