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Portrait: Zapatero - Spaniens "Bambi" und "Peter Pan"

Vor vier Jahren gelangte er zur Überraschung Spaniens und der Welt an die Macht.

Dass es sich bei dem Sieg seiner sozialistischen Partei PSOE nicht um einen Zufall handelte, den sie lediglich den Terroranschlägen in Madrid drei Tage vor der damaligen Wahl verdankte, kann Ministerpräsident José Luis Rodríguez Zapatero nun mit einer zweiten Amtszeit beweisen. 

Die PSOE lag nach Auszählung fast aller Stimmen mit 43,6 Prozent deutlich vor der konservativen Volkspartei (PP), die 40,1 Prozent der Stimmen erhielt. Selbstbewusst verkündete Zapatero am Wahlabend, er werde in den kommenden Jahren die guten Seiten seiner vergangenen Regierungperiode noch weiter verbessern und begangene Fehler korrigieren. 

Zapatero und sein "Neuer Weg": Truppenabzug aus dem Irak, Kataloniens Autonomie und Homo-Ehe

Zapatero ist einer der wenigen linken Regierungschefs in Europa, die sich in diesen Zeiten im Amt halten. Mit seinem "Neuen Weg", der dem "Dritten Weg" des früheren britischen Premierministers Tony Blair nachempfunden ist, pflegt er sein Image eines kühnen Reformers und Vorreiters eines gemäßigten Sozialismus. Auf das Konto des umgänglichen Politikers mit den blauen Augen und dem ewigen Lächeln gehen einige umstrittene Entscheidungen: So löste er kurz nach der Wahl vor vier Jahren eines seiner Hauptversprechen ein und zog die spanischen Truppen aus dem Irak ab. Unter seiner Regie erlangte Katalonien eine größere Autonomie, und die Homo-Ehe wurde eingeführt. 

Problemkind ETA - Wer hat die Lösung? Nach dem Wahlsieg

Sein wichtigstes Ziel hat der ehemalige Rechtsanwalt jedoch noch nicht erreicht: Den mehr als 40 Jahre alten Konflikt mit der baskischen Untergrundorganisation ETA beizulegen und dem "Terrorismus" im Land ein Ende zu setzen. Zwei Tage vor der jetzigen Wahl wurde im Baskenland erneut ein ehemaliger sozialistischer Kommunalpolitiker erschossen. Auch wenn sich niemand zu der Tat bekannte, für Zapatero war klar: Dahinter steht die ETA. Sie hatte zuvor zu einem Boykott der Wahl aufgerufen.

Zapateros politische Prägung wurde früh angelegt. Im Bürgerkrieg kämpfte sein Großvater auf der Seite der Republikaner gegen die nationalistisch-faschistischen Truppen Francos. Nach Ende der Diktatur und dem Rückkehr zur Demokratie trat der 18-Jährige der Sozialistischen Partei bei. 1986 wurde er als jüngster Abgeordneter ins Parlament gewählt. Für Aufsehen sorgten dort 17 Jahre später Zapateros heftige Auseinandersetzungen mit dem konservativen Regierungschef José María Aznar über dessen Unterstützung für die Irak-Invasion der USA. Die Medien lobten den kühlen, ruhigen Ton des damaligen Oppositionschefs, der kurz darauf Aznars Nachfolger wurde. 

Dialog und Optimismus gegen die ewigen Anschuldigungen der Opposition

Die konservative Opposition bezeichnet Zapateros bisherige Regierungszeit als "Legislatur der Verkrampfung" und wiederholte bei jeder Gelegenheit ihr Leitmotiv eines zerbrechenden Spaniens. Den häufig barschen und persönlichen Anfechtungen setzte der Ministerpräsident, dem die Spanier die Spitznamen "Bambi", "Mister Bean" und "Peter Pan" gaben, Dialogbereitschaft und Optimismus entgegen. Offenbar kam er damit an bei den Wählern. 


Datum:
16.04.2008
Quelle:
AFP / SAZ
Autor:
Susanne Thiel
Bildquelle:
Pressefach PSOE
 

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Suchbegriffe: Zapatero, Regierungschef, Spanien, Madrid, Bambi, Mr Bean, Peter Pan, Sozialisten, PSOE, Wahlen


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