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Das war 2007: Schuster, Messi, Beckham, Alonso, Contador ...

Triumphe, Abschiede, Tore und ein trauriger Todesfall: Das war aus spanischer Sicht das Sportjahr 2007. Vor allem Männer bestimmten den Sport: Alberto Contador, Rafa Nadal, Bernd Schuster, David Beckham, Roberto Carlos, Lionel Messi, Pau Gasol und Fernando Alonso.

Da war Alberto Contador als Sieger der Tour de France in Gelb auf den Champs d´Elysees in Paris, als hätte es nie eine Diskussion um Doping gegeben. Nun denn, in Spanien gab es die auch nicht. Hier werden Menschen, die gegen Doping kämpfen, als Vaterlandsverräter beschimpft. Der Spanier an sich kann sich zwar nicht auf einen Text für die Nationalhymne einigen, weil Katalanen, Basken, Andalusier und Madrilenen niemals zusammen singen würden und niemand weiß, was Spanien eigentlich bedeutet - aber wehe, man versucht, dem Land eine Medaille zu stibitzen ...

Dann war da Tennis-Kampfmaschine Rafael Nadal als Sieger der französischen Open in Roland Garros. Der Mallorquiner ist nicht unbedingt beliebt, weil ziemlich spröde, aber er wird als Sieger respektiert und als Botschafter Spaniens in der feinen Tennis-Welt. Wenn da nur seine Stöhnanfälle nicht wären. Um an die Eleganz von Roger Federer heranzukommen, muss Rafa noch ein wenig trainieren, aber bitte nicht nur - wie bisher - im Kraftraum.

Alonso, der "rasende Egotripp", fährt jetzt wieder für Renault

Fernando Alonsos letzte Formel-1-Saison bei McLaren-Merceses wird unvergesslich bleiben, nicht nur ihm. Vor allem McLaren-Boss Ron Dennis wird sich noch lange an den Asturier erinnern. Alonso brockte ihm nämlich eine 100-Millionen-Dollar-Strafe wegen Spionage ein. Der gute Fernando hatte Dennis schlicht verpfiffen, als der ihm den Nummer-1-Status im Team nicht einfach schenken wollte. Alonso sollte gegen Newcomer Lewis Hamilton kämpfen, das aber hatte der Ex-Champ nicht nötig. Die Rennlegende Niki Lauda schimpfte ihn Weichei, der "Spiegel" einen "rasenden Egotripp". Alonso trat die Flucht an. Jetzt fährt er wieder für Renault, bei den Franzosen weiß man verwöhnte und weinende Machos offenbar besser zu nehmen als in England und Deutschland.

Einen anderen weinenden Spanier, wenn auch einige Köpfe größer, erlebten wir bei der Europameisterschaft der spanischen Basketballer im eigenen Land. Pau Gasol und seine Kumpane verloren erst im Finale, das aber tragisch. Selten hat man die Riesen so geknickt gesehen.

Messidona schoss das schönste Tor seit 1986

Was gab es noch? Da war die "Doblete" Real Madrids im Fußball und Basketball - der Verein gewann seine jeweils 30. Meisterschaft. David Beckham und Roberto Carlos wurden unter Tränen verabschiedet - und schon nach zwei Wochen vermisste sie niemand mehr.

Der FC Sevilla hat den UEFA-Pokal sowie den spanischen Pokal geholt, sich noch dazu für die Champions League qualifiziert und dort die schwere Gruppe gegen Arsenal London gewonnen. Rein statistisch ist der FC Sevilla der beste Fußballverein der Welt, und das, obwohl Trainer Juande mitten in der Saison nach England flüchtete - offenbar, weil er dort mehr Geld bekommt.

Mehr Fußball? Wir sahen das schönste Tor seit der Weltmeisterschaft 1986. Erzielt hat es nicht Maradona, sondern ein anderer Argentinier: Lionel Messi, seit dem Halbfinale im spanischen Pokals gegen Bernd Schusters Getafe auch Messidona genannt. Messi umkurvte acht Gegenspieler und lochte ein, ein Gedicht von einem Tor. Auch das Rückspiel war "episch", wie die Spanier sagen: die 2-5-Niederlage in Camp Nou wurde durch ein 4-0 umgebogen.

Der Tod von Antonio Puerta stürzte das ganze Land in tiefe Trauer

Bernd Schuster wollte vor Begeisterung das Stadion in Getafe abbrennen. Das tat er aber nicht, stattdessen wurde er nach einigem Hickhack Trainer bei Real Madrid, der Sieg gegen Barça hatte die letzten Zweifler überzeugt. Der Deutsche hat es geschafft: Vor wenigen Jahren noch stand er auf der Tartanbahn im Kölner Südstation und dirgierte die Fortuna, die heute unverdientermaßen in der Verbandsliga kicken muss.

Tragisch war der Tod von Antonio Puerta, dem jungen und hoffnungsvollen Spieler des FC Sevilla. Er starb im Sommer bei der Ausübung seines Sports, das ganze Land trauerte um ihn.

Und die Selección? Favorit, wie immer ...

Dass die Selección die Qualifikation zur Europameisterschaft 2008 recht souverän schaffte, war ein versöhnlicher Abschluss dieses Jahres. Nachdem die Truppe ohne Raúl zunächst grottenschlecht spielte und verlor, spielte sie zuletzt ebenso schlecht, gewann aber. Ganz Spanien hält die Mannschaft nun für den Top-Favoriten der kommenden EM. Wie immer also.

Und wie immer weiß man jetzt schon, warum es in der Schweiz und in Österreich wieder einmal nicht klappen wird: Raúl war nicht dabei! Oder, noch einfacher: Die "Anderen" waren´s schuld, die einfach im entscheidenen Moment immer ein Tor mehr erzielt haben. Was haben sie nur gegen "uns"?

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Datum:
01.02.2008
Quelle:
SAZ
Autor:
Wilhelm Wagner
Bildquelle:
SAZ
 

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Suchbegriffe: Alberto Contador, Rafa Nadal, Bernd Schuster, David Beckham, Roberto Carlos, Lionel Messi, Pau Gasol, Fernando Alonso, Real Madrid, FC Barcelona, FC Sevilla


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