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"Halt die Klappe, Chávez" - Spanien tappt in die Hugo-Falle

Demonstrationen von vielen tausend Studenten, Straßenschlachten, Verletzte, ein Parlament, das sich selbst auflösen will, eine geknebelte Presse, Verhaftungen ohne richterlichen Befehl: Der „Sozialismus des 21. Jahrhunderts“, wie ihn sich Hugo Chávez in Venezuela bauen will, wirkt nicht sehr überzeugend. 

Der Umbau Venezuelas zu einem totalitären Staat sollte am 2. Dezember vom Volk abgesegnet werden - das Volk aber wollte nicht so richtig uns stimmte dagegen.

Chávez darf als "Rächer der Unterdrückten" auftreten - Juan Carlos ist ihm in die Falle gegangen

Zur Vorbereitung seines Referendums aber brauchte Chávez jeden außenpolitischen Streit, den er bekommen konnte. In Spanien ist er fündig geworden. Das Palaver um den Ausbruch von König Juan Carlos, der Chávez anhielt, doch "endlich seine Klappe zu halten", kam dem Populisten gerade recht. Juan Carlos schien Chávez diesbezüglich in die Falle getappt zu sein - denn nun konnte sich Chávez endlich als "Rächer der Unterdrückten" aufspielen. Auch die spanische Volkspartei PP, die einen diplomatischen Bruch mit Venezuela herbeireden möchte, handelte letztlich im Interesse von Chávez.

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Auf dem Gipfeltreffen der iberoamerikanischen Staaten in Chile Anfang November hatte Chávez Spaniens ehemaligen Regierungschef José María Aznar mehrfach als “Faschisten” bezeichnet. Auch als sich Präsident José Luis Rodríguez Zapatero einschaltete und seinen Vorgänger verteidigte, sprach Chávez unentwegt weiter, obwohl sein Mikrophon bereits ausgeschaltet war. Daraufhin mischte sich König Juan Carlos mit einem völlig entnervten “Warum hältst du nicht einfach die Klappe” ein und verlieβ später den Saal.

Chávez bekreuzigt sich in Saudi-Arabien und schimpft auf die USA - nur Spanien spielt mit

Chávez besteht weiterhin darauf, dass sich der König von Spanien, der immerhin nicht “König von Lateinamerika” sei, für sein “provokantes Benehmen” entschuldigen solle. Er wisse schon, wie spanische Könige den Latinos früher den Mund verboten haben: "Sie haben uns die Kehlen durchgeschnitten und unsere Köpfe auf Lanzen gespießt", so  Chávez, der außerdem damit  drohte, die spanischen Firmen in Venezuela scharf zu kontrollieren.

Zuletzt fiel Chávez in Saudi-Arabien ungut auf. Auf einer Sitzung der Öl-fördernden Staaten (Opec) in Saudi-Arabien bekreuzigte sich der Venezolaner vor Gastgeber König Abdallah und zitierte in seiner Rede Jesus Christus, eine Todsünde in einem arabischen Land - aber die Saudis ließen es ihm durchgehen. Ein Pakt mit dem Iran, Mitte November ausdrücklich gegen den "Imperialismus" der USA geschmiedet, brachte Chávez erneut in die Schlagzeilen. Seit Monaten versucht Chávez schon, die USA derart zu provozieren, aber ohne Erfolg. Die US-Diplomatie straft ihn mit Gleichmut.

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Datum:
04.01.2008
Quelle:
SAZ
Autor:
Wilhelm Wagner
Bildquelle:
Wikipedia
 

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Suchbegriffe: Chávez, Juan Carlos, Spanien, Zapatero, Aznar, Referendum, Venezuela, 2. Dezember, Lateinamerika, Saudi-Arabien, USA


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