San Lorenzo de El Escorial
Schon von weitem ist dieser etwas unheimlich wirkende, graubraune Klotz in der Ebene vor La Solana und dem Puerto de Malagón zu erkennen: San Lorenzo de El Escorial, weltberühmter Klosterbau, ehemalige königliche Residenz und Grabstätte der spanischen Monarchen.Alles an diesem Monument ist gigantisch, und schon allein die Statistik der Anlage beeindruckt. Die rechteckig angeordneten Fassaden schließen einen Komplex von 207x161m ein, man zählt in dem Gebäude 16 Höfe, 11 Sammelbrunnen, 88 Springbrunnen, 13 Beträume, 7 Refektorien, 9 Türme, 15 Kreuzgänge, 86 Treppen, 300 Zellen, über 1600 Gemälde, 1200 Türen und genau 2673 Fenster!
Der Bau des Laurentius-Klosters bei El Escorial geht auf König Philipp II. (1556-1598) zurück. Dieser war durch das Testament seines Vaters, des habsburgischen Kaisers Karl V. (als König von Spanien war er Carlos I.) dazu verpflichtet worden, eine würdige Grabstätte für die Mitglieder des Königshauses zu errichten. Die Idee dazu war natürlich nicht neu; Vorbild war die französische Tradition der Königsgrablege in der Klosterbasilika Saint-Denis bei Paris.
Zwei Jahre lang prüften Fachleute verschiedene Orte, ob sie sich als Standort eignen würden, dann entschieden sie sich für einen Hügel in der Nähe des Städtchens El Escorial am südwestlichen Rande der Sierra de Guadarrama. Am 23. April 1563 wurde feierlich der Grundstein gelegt. Der König hatte dem Baumeister Herrera seine persönlichen Vorstellungen von dem zu errichtenden Bau in folgender Anordnung mitgeteilt: "Noblesse, Einfachheit und Strenge ohne Prahlerei!" Das Ergebnis ist eine Anlage im schmucklosen "Desornamentado-Stil“, am ehesten noch vergleichbar mit der italienischen Hochrenaissance.
Die Grundsteinlegung der Hauptkirche erfolgte am 14. Juni 1575; im gleichen Monat übergab der König dem Kloster eine wertvolle, 4000 Bände umfassende Büchersammlung aus seinem Privatbesitz als Grundstock für eine neue Bibliothek.Im Sommer 1584 wurden die für den so genannten Königshof (Patio de los Reyes) von Juan Bautista Monegro gefertigten Statuen aufgestellt. Angeblich hat der Meister die sechs Könige und den über ihnen thronenden Laurentius aus einem einzigen Granitblock gemeißelt.
Wenig später, am 13. September 1584, wurde der Schlussstein des Baus gesetzt. Man kann ihn heute noch erkennen: Wenn man den Hof der Könige betritt, findet man an der linken Wand zwischen dem achten und neunten Fenster einen mit einem schwarzen Kreuz gekennzeichneten Stein. Die Hauptkirche wurde am 13. September 1586 eingeweiht.
Carlos III. (1759-1788) ließ, um bessere Unterkunftsmöglichkeiten für seinen Tross zu haben, den weltlichen Teil der Anlage weiter ausbauen. Ab 1771 entstanden nach Plänen Juan de Villanuevas Quartiere, ein Theater, das Haus des Infanten, das Ministerienhaus und schließlich das Casa del Nuevo Rezado, heute Akademie der Geschichtswissenschaften.
1805 errichteten die Truppen Napoleons ein Feldlazarett in El Escorial, wozu das Kloster die Einrichtung stellen musste. Nach der Flucht Ferdinands VII. (1813-1833) plünderten die Franzosen das Kloster; nur wenige Kunstgegenstände konnten von den Mönchen rechtzeitig versteckt werden. Es gelang ihnen auch, den Abtransport der wertvollen Büchersammlung mit einiger List an einen sicheren Ort umzuleiten, so dass sie 1814 zurückgegeben werden konnte.
Nach dem Abzug der Franzosen begann der Wiederaufbau. Dazu übergab Ferdinand VII. 1827 dem neuernannten Prior, José de la Cruz Jiménez, acht Millionen Reales. Gleichzeitig stiftete Königin María Amalia eine wertvolle Monstranz.
Mit der Revolution von 1868, welche die Regentin Isabella II. entthronte, fiel das Kloster an den Königsetat zurück. Alfons XII (1874-1885) teilte den Komplex in drei Hauptteile: Kloster, Schule und Palast. Außerdem ordnete er die Weiterführung der von der Revolution unterbrochenen Bauarbeiten am Pantheon an. Kurz vor seinem Tode entschloss er sich, das Kloster wieder einem Orden zu übergeben; diesmal waren die Augustiner die Auserwählten.
Seine Bekanntheit verdankt El Escorial vor allem seiner Funktion als Königsgrabstätte. So ist der Königspantheon auch eine Hauptattraktion. Er ist zwischen den Grundmauern der Klosterkirche eingebaut, und zwar so, dass der Tisch des Hochaltars dem Gewölbeschlussstein entspricht. Die sechzehnseitige Gruft ist im Barockstil gehalten. Dem Eingang gegenüber steht ein Altar aus grünem Genueser Marmor. An den Wänden rechts vom Altar ruhen die sterblichen Überreste der spanischen Könige seit Karl V., es fehlen Philipp V. und Ferdinand VI., deren Gebeine in La Granja bzw. in den Salesas Reales von Madrid liegen.
Links vom Altar befinden sich die Urnen der Königinnen, deren Söhne Könige von Spanien waren. Vor dem Königspantheon zweigt eine Treppe zum Pantheon der Infanten ab, erbaut zwischen 1862 und 1888 nach Plänen des Palastarchitekten José Segundo de Lema. Zuerst trifft man auf neun Grabstellen der bereits im erwachsenen Alter gestorbenen Infanten. Darunter befindet sich auch Johannes von Österreich (Juan de Austria, 1547-1578), unehelicher Sohn Kaiser Karls und Sieger über die Türken bei der berühmten Seeschlacht von Lepanto. Im Zentrum des Raumes befindet sich das Mausoleum der bereits im Kindesalter verschiedenen Infanten, ein zwanzigseitiger Rundbau aus Carrara-Marmor mit 60 Grabnischen, von denen 32 belegt sind.
Seine Bekanntheit verdankt El Escorial vor allem seiner Funktion als Königsgrabstätte. So ist der Königspantheon auch eine Hauptattraktion. Er ist zwischen den Grundmauern der Klosterkirche eingebaut, und zwar so, dass der Tisch des Hochaltars dem Gewölbeschlussstein entspricht. Die sechzehnseitige Gruft ist im Barockstil gehalten. Dem Eingang gegenüber steht ein Altar aus grünem Genueser Marmor. An den Wänden rechts vom Altar ruhen die sterblichen Überreste der spanischen Könige seit Karl V., es fehlen Philipp V. und Ferdinand VI., deren Gebeine in La Granja bzw. in den Salesas Reales von Madrid liegen.
Links vom Altar befinden sich die Urnen der Königinnen, deren Söhne Könige von Spanien waren. Vor dem Königspantheon zweigt eine Treppe zum Pantheon der Infanten ab, erbaut zwischen 1862 und 1888 nach Plänen des Palastarchitekten José Segundo de Lema. Zuerst trifft man auf neun Grabstellen der bereits im erwachsenen Alter gestorbenen Infanten. Darunter befindet sich auch Johannes von Österreich (Juan de Austria, 1547-1578), unehelicher Sohn Kaiser Karls und Sieger über die Türken bei der berühmten Seeschlacht von Lepanto. Im Zentrum des Raumes befindet sich das Mausoleum der bereits im Kindesalter verschiedenen Infanten, ein zwanzigseitiger Rundbau aus Carrara-Marmor mit 60 Grabnischen, von denen 32 belegt sind.
Beeindruckend ist auch die Klosterkirche, die in ihrem Grundriss den Petersdom zu Rom nachahmt. Die riesige Kuppel ist 92 Meter hoch. Die Gewölbe wurden während der Regierungszeit Karls III. von Luca Cambiasso mit Fresken ausgemalt. Der 14x26 Meter große Hochaltar wurde nach einem Entwurf Juans de Herrera in Jaspis, Marmor und Goldbronze gearbeitet.
Unschätzbar ist die Kunstsammlung in El Escorial, die von Philipp II., einem großen Liebhaber und Mäzen, begründet und seither ständig erweitert wurde. Zu den bekanntesten Künstlern, deren Werke hier anwesend sind, gehören Ribera, Zúccaro, Zurbarán, Goya sowie dessen Schwiegervater Bayeu.
Auch die Bibliothek ist sehenswert, und der Hof der Könige, und der Hof der Evangelisten, und, und, und...
Unschätzbar ist die Kunstsammlung in El Escorial, die von Philipp II., einem großen Liebhaber und Mäzen, begründet und seither ständig erweitert wurde. Zu den bekanntesten Künstlern, deren Werke hier anwesend sind, gehören Ribera, Zúccaro, Zurbarán, Goya sowie dessen Schwiegervater Bayeu.
Auch die Bibliothek ist sehenswert, und der Hof der Könige, und der Hof der Evangelisten, und, und, und...
Datum:
03.03.2008
Quelle:
SAZ
Autor:
Ralf Peters
Bildquelle:
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Suchbegriffe: Madrid, San Lorenzo de El Escorial, La Solana, Puerto de Malagón, Grabstätte, Monarchen, Monument, Kloster, König Phillip II, Karl V, Carlos I, Herrera, Desornamentado, Renaissance, Hauptkirche, Königshof, Juan Bautista Monegro, Carlos III, Villanueva, Napoleon, Ferdinand VII, La Granja, Salesas Reales, Lepanto, Ribera, Zúccaro, Zurbarán, Goya, Bayeu
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