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Calpe, die Stadt am schönen Felsen

Tolle Strände, mitreißende Fiestas, viel Geschichte - und den Peñon de Ifach: Calpe, die Stadt des Oktoberfestes, hat einiges zu bieten.

Steilküsten, kleine Buchten und feinsandige Strände charakterisieren das Calper Küstenbild. Genau inmitten der beiden Strandpromenaden der Stadt liegt ein riesiger Fels (Calp), der nur durch einen schmalen Sandstreifen mit dem Festland verbunden wird: der 332 Meter hohe Gesteinsblock "Peñon de Ifach" (Bild).

Der Name "Ifach" bedeutet Norden und wurde zunächst von den Phöniziern verwendet, da er an die nördlichen Ausläufer ihres Reiches angrenzte. Mit seinen 35 Hektar ist der Ifach der kleinste Naturpark Europas.

Rund 130.000 Wanderer machen sich nach Schätzungen der Calper Stadtverwaltung jedes Jahr auf den Weg zum Peñon-Gipfel. Aber Vorsicht: Besonders nach Regen ist der Kalkstein glitschig, es besteht erhöhte Unfallgefahr, auch wenn heikle Stellen durch Griffseile gesichert sind.

Auch der Wind und Tausende von kreischenden Möwen sind als Gefahrenquellen nicht zu unterschätzen. Für Menschen mit Höhenangst ist der Weg ohnehin nicht zu empfehlen. Immer wieder gibt es Tote zu beklagen, müssen Kletterer gerettet werden.

Sogar Ibiza ist an guten Tagen zu sehen

Der Aufstieg lohnt sich aber: Von dem kolossalen Felsen aus genießt man einen herrlichen Ausblick auf die gesamte Stadt und die Weiten des Meeres. An klaren Tagen ist sogar die Insel Ibiza am Horizont in dezentem Blau zu erkennen. Der Fels gilt als Symbol der Costa Blanca und ist zugleich die höchste Steilküste des Mittelmeeres.

An den Hängen des “Peñón” wachsen zahlreiche seltene Pflanzen, und viele Vögel nisten zwischen den Steinen.  Die Umgebung, vor allem auch die Salinen, bietet ein wichtiges ökologisches Gebiet, vor allem für Zugvögel. Hier kann man zeitweise Hunderte von Flamingos bewundern.

Ursprünglich war Calpe ein kleines Fischerdorf. So ziehen auch heute noch tagtäglich mehrere Dutzend Fischkutter am frühen Morgen auf das Meer hinaus, die von kreischenden Möwen begleitet werden.

Auf dem Fischmarkt wird der Fang versteigert

Nachmittags wird der Tagesfang meistbietend an der “Lonja”, dem Fischmarkt, versteigert. Dort gibt es zahlreiche Restaurants in denen man leckeren Fisch und Meeresfrüchte probieren kann.

Zu den vielen Attraktionen, die Calpe zu bieten hat, zählt, auch wenn das viele gar nicht wissen, die Geschichte.

In der Altstadt finden sich viele mittelalterliche Gebäude, die in der Region Valencia das einzige Beispiel des gotischen Mudejarstils darstellen. Direkt daneben liegt das ehemalige Maurenviertel "El Arrabal" mit seinen weiß getünchten und mit Blumen geschmückten Häusern.

In Calpe wollten schon die Römer Geld verdienen

Schon die Römer wußten die bevorzugte Lage des Ortes zu schätzen, am prominentesten erinnern die so genannten Baños de la Reina daran, die ‚Bäder der Königin’ aus dem 4. oder 5. Jahrhundert nach Christus.

Welche Königin es sein soll, ist nicht bekannt, aber der Legende nach wurde die Anlage, die sich direkt am Strand befindet, mit verschiedenen Becken für eine Königin erbaut. Ob sie darin baden sollte, wenn sie denn gekommen wäre, weiß niemand.

Der eigentliche Zweck der Baños war allerdings ein anderer: die Aufzucht und Mästung von Fisch, vor allem Thunfisch, sowie die Erzeugung von Pökelfisch. Sie sind also eine Art Fischfarm, in deren sechs Becken verschiedene Fischarten gehalten wurden, um die Bevölkerung zu ernähren.

Noch heute bemühen sich junge Archäologen bei Ausgrabungen um neue Erkenntnisse, die gesicherten sind im Archäologischen Museum in der Calle Santísimo Cristo in der Altstadt zu besichtigen, auf zwei Etagen sieht man Weinkrüge, Punische Amphoren aus der Zeit Christi Geburt, Nadeln aus Knochen, Schmuck, Geschirr, Werkzeuge, Küchenutensilien und gallische Keramiken aus dem 5. Jahrhundert.

Viele verschiedene Münzen aus allen Zeiten zeugen davon, daß die Bewohner Calpes auch in alten Zeiten enorm daran interessiert waren, Geld zu verdienen.

Calper Moros und Cristianos sind besonders prächtig

Das ‚Museo Fester’ am Rande der Altstadt in der Calle José Antonio war zwischen 1907 und 1918 Sitz der Stadt- und Justizverwaltung, das Haus stammt aus dem 19. Jahrhundert. Bis in die 70er-Jahre beherbergte es ein Kaufhaus (‚Cooperativa’), in den 80ern eine Taverne.

Heute zeigt es prachtvolle Kostüme, Trachten und Accessoires, die die Einheimischen tragen, wenn sie ihre Feste feiern. Besonders beeindruckend sind die mehr als 40 Festgewänder für die bekannten ‚Moros y Christianos’-Feiern, ein Spektakel, das immer im Oktober an die Rückeroberung der Stadt durch die Christen erinnert.

Dazu sieht man Festgewänder anläßlich der Patronatsfeiern, die im August zu Ehren der Virgen (Jungfrau) de las Nieves stattfinden, sowie der Fallas-Feiern im März. Im Keller bekommt man einen Eindruck davon, was Fallas eigentlich sind: Bunte, teilweise frivole Skulpturen, wie man sie aus Deutschlands Karnevalsumzügen kennt.

Alte Bilder von Calpe sind in der Casa de la Senyoreta zu sehen, ebenfalls in der Altstadt. Verschiedene Künstler haben der Stadt ihre Eindrücke vor allem des Peñon geschenkt, dazu Ansichten vom Alten Rathaus, dem Waschplatz, Salzbrunnen, Kirchplatz und den Baños de la Reina. Das Gebäude, ein herrschaftliches Stadthaus aus dem 18. Jahrhundert mit offenem Innenhof, beherbergt außerdem Wechselausstellungen. Seinen Namen bekam es von seiner letzten Besitzerin, Doña Amparo Llorea Martínez (1876 – 1968), einer Kunstliebhaberin und Gönnerin.

Festkalender beginnt mit dem Calper Karneval

Abgerundet wird die Calper Museenlandschaft durch das Museo del Coleccionismo, ein kleines Sammlermuseum, untergebracht im Torreó de la Peca, einem der Wahrzeichen Calpes und Teil der Stadtmauer aus dem beginnenden 15. Jahrhundert.

Der örtliche Festkalender beginnt im Februar mit dem Karnevalsfest des deutschen Karnevalsvereins CCC, zu dem sich Gruppen aus ganz Europa treffen. Im März feiert man das Fallas-Fest, das zum krönenden Abschluss seine prächtigen Gebilde aus Pappmaché in Brand setzt. Am 16. Juli steigt im Hafen ein Fest zu Ehren der Schutzheiligen der Seeleute, der Jungfrau von Carmen.

Am 5. August feiert man die Schutzpatronin der Stadt, die Virgen de las Nieves, mit Prozessionen, Tänzen, Umzügen, und natürlich auch Böllerkonzerten. Im Oktober findet die Fiesta zu Ehren des Heiligen "Santisimo Cristo del Sudor" statt. Den Abschluss bilden die traditionsreichen "Moros y Christianos" in der zweiten Oktoberhälfte, die die Festsaison beenden.



Datum:
08.02.2008
Quelle:
SAZ
Autor:
Wilhelm Wagner
Bildquelle:
SAZ
 

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Suchbegriffe: Calpe, Oktoberfest, Penon, Ifach, Moros, Cristianos


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