Blutiger ETA-Kampf seit 1968
Die Untergrundorganisation ETA kämpft seit 1968 gewaltsam für die Unabhängigkeit des Baskenlandes. Der offiziellen Zählung des Innenministeriums in Madrid zufolge töteten ETA-Anschläge in Spanien bis zum bislang letzten Anschlag im vergangenen Dezember 819 Menschen. Auch knapp 200 "Etarras" wurden getötet. Erklärtes Ziel der ETA (Euskadi Ta Askatasuna, "Baskenland und Freiheit") ist ein unabhängiges Baskenland "Euskal Herria" mit Gebieten im Nordwesten Spaniens und im Südwesten Frankreichs zwischen den Flüssen Adour und Ebro. Das Land soll die derzeitige autonome Baskenregion in Spanien, Navarra sowie das französische Baskenland umfassen.
Ihren Kampf führt die ETA vor allem über bewaffnete Angriffe, Entführungen, Löse- und Schutzgelderpressungen und Anschläge mit Autobomben, denen in der Regel Warnanrufe vorangehen. Zielscheiben des Terrors sind vor allem Angehörige von Polizei, Armee und Justiz. Beim blutigsten Attentat 1987 starben 21 Menschen in einem Supermarkt in Barcelona. Mehrfach verkündete die ETA Waffenstillstände, zuletzt im März 2006 die bereits wieder aufgekündigte Waffenruhe. Der mit der Regierung von José Luis Rodriguez Zapatero eingeleitete Friedensprozess gilt damit als vorerst gescheitert.
Politisch wird die ETA durch die Batasuna-Partei vertreten, die in Spanien seit 2003 illegal ist und vor allem vom Südwesten Frankreichs aus operiert. Die Ideologie der 1959 unter der Franco-Diktatur gegründeten ETA vermischt Marxismus-Leninismus mit anti-spanischen Ideen des baskischen Nationalismus. Der Kampf gegen die ETA findet auf verschiedenen Ebenen statt. Die Europäische Union setzte sie im Dezember 2001 auf die Liste verbotener Terrororganisationen. Vor allem in Frankreichs Südwesten, der als Rückzugsgebiet der ETA-Mitglieder gilt, werden immer wieder ranghohe Mitglieder der Organisation verhaftet und verurteilt.
Datum:
04.12.2007
Quelle:
AFP
Autor:
Susanne Thiel
Bildquelle:
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Suchbegriffe: ETA, Kampf, Unabhängigkeit, Baskenland
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